Archiv für Mai, 2010

Wo ist Waldo?

// 31. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Gesellschaft, Unterhaltung

Ich weiß nicht ob es heute meine Schreiblaune ist oder einfach die Tatsache, dass ich mich vorhin mal wieder köstlich amüsiert habe. Wie jeden Montag ging’s zum Einkaufen in die Potsdamer Bahnhofspassagen. Es laufen gerade die großen Exotenwochen mit Aquarien und Terrarien voller merkwürdig anmutender Lebewesen. Doch genau da kommt mein Amusement ins Spiel.

Es gestaltet sich als herrliche Feldübung, die Leute dabei zu beobachten, wie sie sich mit der Ausstellung auseinander setzen. Das Interessante sind die immer wieder kehrenden Stereotypen. Zunächst betreten die Leute die Passage. Sie bermerken die Ausstellung und die Menschen, die bereits da sind und werden magisch angezogen. Wer Glück hat, sieht bereits aus der Ferne den Inhalt des Aqua-/Terrariums und schlendert sodann zum nächsten “Behälter”. Den meisten ist soviel Glück jedoch nicht gegönnt. So fällt der erste Blick meist auf die Beschriftung, die einen darüber aufklärt, was den gespannten Zuschauer für ein außergewöhnlich gewöhnliches Tier erwartet. Der Beobachter prägt sich daraufhin jedes noch so absurde Detail der Abbildung ein und sondiert anschließend einer Drone gleich das Gehege. Ein geringer Prozentsatz wird nun fündig, doch die meisten bleiben auch diesmal wieder ohne Erfolg. Die Augen huschen zurück. Hat man sich vielleicht etwas nicht richtig gemerkt? Unmöglich! Doch spätestens nach dem dritten erfolglosen Versuch nagen die Selbstzweifel immer stärker am Ego. Was tun? Haben andere die eigene Inkompetenz bemerkt? Sie muss um jeden Preis kaschiert werden…. um jeden Preis! “Ach, da ist es ja, süß!”, sagt man daraufhin und rennt schnell weiter, um nicht von ebenfalls Verzweifelten im Endstadium auf den Aufenthaltsort des Frustobjektes angesprochen werden zu können. So wird aus einem harmlosen, kleinen Abstecher eine Tortur für die Psyche…. Faszination pur.

Ich habe mir dieses Übel erspart, sehe aber bereits die große Geschäftsidee vor mir. Man kaufe leere Aquarien und dekoriere diese schön, klebe ein paar Schildchen daran, was denn daran zu finden sei und lasse dann Leute gegen Bezahlung (natürlich) auf die leeren Ausstellungsstücke los. EIn Heidenspaß. Dazu schonmal ein kleiner Test: Findet ihr den Gartenzwerg im Bild oben? Nein? Er ist aber da, vorhin hab ich ihn noch gesehen…

Cheers

MfG Ern

Review: Heaven Shall Burn – Invictus (Iconoclast III)

// 31. 05. 2010 // 1 Kommentar » // Musik, Plattenteller

Und gleich noch ein Stück Metalcore, diesmal aus Deutschland. Heaven Shall Burn aus Saalfeld in Thüringen legen mit “Invictus” ihr sechstes Studioalbum vor, welches zugleich den Abschluss der Iconocalst-Trilogie darstellt, welche mit dem Vorgänger “Iconoclast (Part 1: The Final Resistance)” begonnen wurde.  Den Mittelteil dieser Trilogie bildet die DVD “Bildersturm: Iconoclast II (The Visual Resistance)”. Thematisch orientieren sich die Texte am titelgebenden Ikonoklasmus. Dabei handelt es sich um die Zerstörung heiliger Bilder oder Denkmäler der eigenen Religion, auch Bildersturm genannt. Man kann also durchaus von einem Konzeptcharakter der Trilogie sprechen, wobei die Texte im einzelnen zwischen Laizismus, dem deutschen Widerstand im Zweiten Weltkrieg oder der Philosophie Nietzsches variieren.

Musikalisch bietet “Invictus” wenig Überraschungen. Mit gewohnter Härte prügeln sich die fünf Thüringer um Sänger Marcus Bischoff durch die 12 bzw. 13 Titel (rechnet man den Bonustrack der Limited Edition hinzu). Dabei dominieren das treibende Schlagzeug, das immer wieder Songs mit Double-Bass-Einsatz einleitet und die exzellenten Gitarrenriffs, welche die harten Melodielinien gekonnt umzusetzen wissen. Dennoch muss man darauf hinweisen, dass sich die Struktur der Songs recht häufig wiederholt. Auf den schnörkellosen Einstieg folgen Bischoffs agressive Shouts gepaart mit den angesprochenen wuchtigen Gitarrenausbrüchen. Diese Kombination wird dann zumeist recht brachial bis zum jeweiligen Ende eines Songs durchgezogen. Der charakteristische Gesang von Marcus Bischoff bietet in der Beziehung leider auch wenig Varianz, sodass man sich mit Gewohntem zufrieden geben muss.

“Invictus” bietet also gelungene Songs, denen es nicht an Härte und Agressivität mangelt. Die allerdings immer wiederkehrenden Muster in der Songgestaltung lassen es jedoch kaum zu zwischen einzelnen Titeln zu unterscheiden, sodass man auch keine “Hits” herauspicken kann. Wiederum nutzt die Band bei einigen Tracks wummernde Elektro-Beats. Gefällt sicherlich nicht jedem, sie verleihen den jeweiligen Tracks allerdings eine eigene Note. Ebenfalls nicht neu, dafür aber bereits bewährt und wiederum wunderschön  sind die stimmigen orchestralen Intro und Outro betitelten Werke des isländischen Musikers Olafur Arnalds. Einzig der Song “Given in Death” sticht neben dem Rest heraus. Und das leider negativ. Die Zusammenarbeit mit Deadlock-Sängerin Sabine Weniger muss als Totalausfall gewertet werden. Die klare weibliche Stimme und Bischoffs markante Shouts passen einfach nicht zusammen. Dass ausgerechnet bei diesem Stück sonst kaum anzutreffende Tempowechsel durchexerziert werden, besiegelt endgültig dessen Schicksal.

Für Fans der Band ist “Invictus” sicherlich eine gute Wahl, für Metalcore-Freunde durchaus auch den ein oder anderen Durchlauf wert, es fehlt jedoch das gewisse Etwas, das aus diesem Album ein herausragendes machen könnte. Somit ist das Werk zwar nicht sehr gut, aber dennoch hörenswert.

Heaven Shall Burn - Invictus

Tracklisting:

1. Intro
2. The Omen
3. Combat
4. I Was, I Am, I Shall Be
5. Buried in Forgotten Grounds
6. Sevastopol
7. The Lie You Bleed For
8. Return to Sanity
9. Against Bridge Burners
10. Of Forsaken Poets
11. Nowhere (Bonus Track)
12. Given in Death
13. Outro

In diesem Sinne

Franz

Pimp your Pavement!

// 31. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Aktionen, Gesellschaft

Es ist ja bekanntlich nicht alles schlecht, was im Fernsehen läuft. Zugegeben, groß ist der Anteil der guten Sendungen nun auch wieder nicht, aber es gibt sie, die Lichtblicke. Vor just ein paar Minuten bin ich durch Zappen mal wieder bei meinem geheimen Lieblingssender eins festival gelandet. Nach einer mageren Filmkritik für Sex and the City 2, die mich selbstverständlich nur marginal interessiert hat, folgte ein Beitrag, der mich hellhörig werden ließ.

Thema war das sogenannte Guerilla Gardening. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich recht einfach erklärt. Stellen wir uns einen typischen Stadtbewohner vor, nennen wir ihn Hans. Hans wohnt also in der Stadt, guckt jeden Tag aus seinem Fenster und bemerkt dabei jedes Mal das verwahrloste Brachland neben dem Bürgersteig. “Da müsste man doch was machen können.”, sagt er daraufhin zu sich und beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er trifft mit seiner Idee schnell auf Gleichgesinnte, die sich gegen die urbane Tristesse verschworen haben. Mit einem Baumarktbesuch und ein paar Euro Investition rücken sie fortan aus, nur mit Schüppe und Gießkanne bewaffnet, um besagte Flecken mit Pflänzchen ihrer Wahl aufzuhübschen.

Gestartet hat diese Bewegung nicht etwa unser imaginärer Freund Hans sondern der Brite Richard Reynolds im Jahre 2004 in der schönen Stadt London. Auf der Homepage des Projekts hat sich mittlerweile eine weltweite Community gebildet, die sich über Facebook, Forum und Konsorten auf dem laufenden hält, wenn es um neue Aktionen an der Gärtnerfront geht. Die Ergebnisse sprechen für sich:

Rechtlich gesehen bewegen sich die Guerrilla-Gärtner natürlich auf dünnem Eis, da es sich natürlich meist um öffentliche “Grünflächen” handelt, aber wie auch am allgemeinen Echo im TV-Beitrag zu erkennen war, gibt es kaum Gegner, warum auch, wenn jeder einen Nutzen davon hat. Wer sich vielleicht erst einmal mit dem Thema auseinander setzen möchte, kann sich auch Richards Buch zum Thema mit dem Titel “Guerilla Gardening: Ein botanisches Manifest” besorgen oder alternativ in oben angesprochenen Foren aktiv werden. Ich werde die Idee auf jeden Fall verfolgen und mal gucken, ob es in Potsdam vielleicht auch was zu bepflanzen gibt. Alternativ soll laut einsfestival-Beitrag die aktivste Community Deutschlands ja in Berlin gärtnern. On verra.

Stay tuned.

MfG Ern

Too short to be true

// 26. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Musik

Nach langer Abwesenheit mal wieder ein Post aus aktuellem Anlass. Als ich heute auf der Rückfahrt von der Uni meinen Player angeschmissen und mich ein wenig durch die Interpreten gewühlt habe, bin ich auf den Song “The Clap” von den Unicorns gestoßen. Nun ist der Vorgang an sich nichts Ungewöhnliches, aber dieser Titel gehört zu einer handverlesenen Auswahl von Songs, die alle eines gemein haben: Sie sind einfach genial, aber viel zu kurz! Besagter Song ist z.B. gerade mal süße 1:27 Minuten lang, dagegen kommt einem Blurs “Song 2” mit seinen 2 Minuten ja wie eine halbe Ewigkeit vor.

Ich weiß nicht, ob ihr da auch einige Vertreter kennt. Vielleicht noch der Vollständigkeit halber die Titel, die sich ebenfalls in dieser Kategorie einfinden. Da hätten wir das “Free For All Outro” (40 s) von Brian Ginsberg. Jedes Mal ein fulminantes Ende einer fulminant komischen Show (Bela ftw). In dem Song “Capsized” (56 s) von Kyuss beweist Josh Homme schon damals seine Genialität. Aus den herrlich punkigen Anfangszeiten der Beatsteaks ist mir auch noch “Barfrau” mit gerade mal 14 Sekunden in Erinnerung geblieben. Wo wir gerade beim Punk sind: Wer kennt nicht unsere Freunde von NOFX. Auch die bringen in “Murder The Government” (46 s) klipp, kurz und klar alles auf den Punkt. Überhaupt sollten sie in dieser Kategorie einen Ehrenpreis verliehen bekommen, schließlich schafft es auf dem Album “So Long And Thanks For All The Shoes“, von dem auch eben erwähnter Titel ist, gerade mal ein Song über die 3 Minuten hinweg, der Schnitt ist dann bei etwa 2 Minuten.

Aber wir wissen ja schon längst: Nicht die Länge ist entscheidend, die Technik macht’s! ;)

MfG Ern

Review: As I Lay Dying – The Powerless Rise

// 15. 05. 2010 // 2 Kommentare » // Musik, Plattenteller

Zum Einstand werde ich mich einem musikalischen Thema widmen, auch um das hier behandelte Spektrum etwas zu erweitern. Im Folgenden nun ein Blick auf das neue Werk von As I Lay Dying.

Es trägt den Titel “The Powerless Rise” – eine Textzeile aus dem Song “Upside Down Kingdom”. Doch um eines gleich vorweg zu nehmen: Die fünf Jungs aus San Diego sind auf ihrer neuen Platte alles andere als kraftlos. Der Opener “Beyond Our Suffering” brettert sich gleich mit voller Wucht durch die Gehörgänge und gibt sofort die Richtung für das restliche Album vor. Positiv überraschend fallen dabei die tieferen Growls von Sänger Tim Lambesis auf, die dieser immer wieder einstreut und somit seinem Gesang und den Songs eine neue Ebene verleiht. In Kombination mit den bekannten (höheren) Shouts eine äußerst energiereiche Angelegenheit.

Songs wie “Without Conclusion”, “The Plague” oder auch der Nackenzerstörer “Condemned” hauen dem Hörer eine volle Breitseite wuchtiger Riffs, hämmernder Drums und intensiven Gesangs vor den Bug – verschnaufen ist hier nicht erlaubt.  Doch As I Lay Dying bleiben dem Metalcore-Genre auch auf “The Powerless Rise” treu und so finden sich neben den erwähnten Highspeed-Nummern auch wieder zahlreiche Stücke, die vor allem im Refrain mit melodiösen Linien und klarem Gesang aufwarten. Diesen übernimmt erneut Bassist Josh Gilbert und verleiht damit Tracks wie “Anodyne Sea” oder “Parallels” einen hohen Wiedererkennungswert.

Der Fokus liegt allerdings klar auf den brachial mitreißenden Parts, was “The Powerless Rise” zu einem absolut energiegeladenen Kracher werden lässt. Erwähnenswert sind darüberhinaus auch die sehr stimmig eingestreuten Gitarrensoli, die sich wunderbar ins Gefüge der einzelnen Songs einpassen. Überhaupt ist das Arrangement der Songs kaum besser hinzubekommen. Das Album büßt zu keiner Zeit an Intensität ein und die knapp 45 Minuten rauschen nur so an einem vorbei.

As I Lay Dying legen mit “The Powerless Rise” drei Jahre nach “An Ocean Between Us” ihre wohl stärkste Platte hin, die von Anfang bis Ende nicht nachlässt und keine Wünsche offen lässt. Auch über die Grenzen des Metalcore hinaus dürfte die Scheibe durchaus Beachtung finden und legt dabei die Messlatte für alles Zukünftige und Vergleichbare in eine schwindelerregende Höhe.

As I Lay Dying - The Powerless Rise Tracklisting:

1. Beyond Our Suffering
2. Anodyne Sea
3. Without Conclusion
4. Parallels
5. The Plague
6. Anger and Apathy
7. Condemned
8. Upside Down Kingdom
9. Vacancy
10. The Only Constant is Change
11. The Blinding of False Light

In diesem Sinne

Franz

Kreativ-Allianz

// 13. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Allgemein

Nach meiner studienbedingten Blog-Abstinenz hier nun mal wieder ein kurzes Lebenszeichen in Form einer Info in eigener Sache. Nachdem ich das Projekt als One-Man-Show auf die Beine gestellt habe, hat sich nun der Franz entschlossen, seine Schreibwut von nunan hier auszuleben. Da er damit auch seinen bisherigen Blog, “Gegen das pseudointellektuelle Fachidiotentum“, zu Grabe trägt, bitte ich an dieser Stelle um eine kurze Schweigeminute.

In diesem Sinne: Auf gute Zusammenarbeit!

MfG Ern