Review: Heaven Shall Burn – Invictus (Iconoclast III)
Franz | 31. 05. 2010 | Musik, Plattenteller
Und gleich noch ein Stück Metalcore, diesmal aus Deutschland. Heaven Shall Burn aus Saalfeld in Thüringen legen mit “Invictus” ihr sechstes Studioalbum vor, welches zugleich den Abschluss der Iconocalst-Trilogie darstellt, welche mit dem Vorgänger “Iconoclast (Part 1: The Final Resistance)” begonnen wurde. Den Mittelteil dieser Trilogie bildet die DVD “Bildersturm: Iconoclast II (The Visual Resistance)”. Thematisch orientieren sich die Texte am titelgebenden Ikonoklasmus. Dabei handelt es sich um die Zerstörung heiliger Bilder oder Denkmäler der eigenen Religion, auch Bildersturm genannt. Man kann also durchaus von einem Konzeptcharakter der Trilogie sprechen, wobei die Texte im einzelnen zwischen Laizismus, dem deutschen Widerstand im Zweiten Weltkrieg oder der Philosophie Nietzsches variieren.
Musikalisch bietet “Invictus” wenig Überraschungen. Mit gewohnter Härte prügeln sich die fünf Thüringer um Sänger Marcus Bischoff durch die 12 bzw. 13 Titel (rechnet man den Bonustrack der Limited Edition hinzu). Dabei dominieren das treibende Schlagzeug, das immer wieder Songs mit Double-Bass-Einsatz einleitet und die exzellenten Gitarrenriffs, welche die harten Melodielinien gekonnt umzusetzen wissen. Dennoch muss man darauf hinweisen, dass sich die Struktur der Songs recht häufig wiederholt. Auf den schnörkellosen Einstieg folgen Bischoffs agressive Shouts gepaart mit den angesprochenen wuchtigen Gitarrenausbrüchen. Diese Kombination wird dann zumeist recht brachial bis zum jeweiligen Ende eines Songs durchgezogen. Der charakteristische Gesang von Marcus Bischoff bietet in der Beziehung leider auch wenig Varianz, sodass man sich mit Gewohntem zufrieden geben muss.
“Invictus” bietet also gelungene Songs, denen es nicht an Härte und Agressivität mangelt. Die allerdings immer wiederkehrenden Muster in der Songgestaltung lassen es jedoch kaum zu zwischen einzelnen Titeln zu unterscheiden, sodass man auch keine “Hits” herauspicken kann. Wiederum nutzt die Band bei einigen Tracks wummernde Elektro-Beats. Gefällt sicherlich nicht jedem, sie verleihen den jeweiligen Tracks allerdings eine eigene Note. Ebenfalls nicht neu, dafür aber bereits bewährt und wiederum wunderschön sind die stimmigen orchestralen Intro und Outro betitelten Werke des isländischen Musikers Olafur Arnalds. Einzig der Song “Given in Death” sticht neben dem Rest heraus. Und das leider negativ. Die Zusammenarbeit mit Deadlock-Sängerin Sabine Weniger muss als Totalausfall gewertet werden. Die klare weibliche Stimme und Bischoffs markante Shouts passen einfach nicht zusammen. Dass ausgerechnet bei diesem Stück sonst kaum anzutreffende Tempowechsel durchexerziert werden, besiegelt endgültig dessen Schicksal.
Für Fans der Band ist “Invictus” sicherlich eine gute Wahl, für Metalcore-Freunde durchaus auch den ein oder anderen Durchlauf wert, es fehlt jedoch das gewisse Etwas, das aus diesem Album ein herausragendes machen könnte. Somit ist das Werk zwar nicht sehr gut, aber dennoch hörenswert.

Tracklisting:
1. Intro
2. The Omen
3. Combat
4. I Was, I Am, I Shall Be
5. Buried in Forgotten Grounds
6. Sevastopol
7. The Lie You Bleed For
8. Return to Sanity
9. Against Bridge Burners
10. Of Forsaken Poets
11. Nowhere (Bonus Track)
12. Given in Death
13. Outro
In diesem Sinne
Franz











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