Gotcha something new
// 28. 11. 2010 // Keine Kommentare » // Musik, Plattenteller
Zeit für einen weiteren Rundumschlag mit neuer Musik. Nun, da meine Musikbibliothek die 80 GB überschritten hat, fällt es mir sichtlich schwerer als damals noch, bei all der neuen Musik noch den Überblick zu behalten. Aber auch dieses Mal habe ich mich extra für euch ins Chaos gestürzt und Hörenswertes ausgewählt. Let’s do it!
Matt And Kim | Sidewalks
Wer von dieser New Yorker Formation noch nichts gehört hatte, sollte das vielleicht einmal ändern. Denn “Sidewalks” ist mittlerweile das dritte Album von Matt Johnson und Kim Schifino nach ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahre 2006 und “Grand” vor einem Jahr. Entsprechend der spärlichen Besetzung fallen auch die Melodien ihrer Songs schlicht aus. Aber gerade die Kombination aus Matts (Sprech)gesang, einem eingängigen Beat/Drumset und ein paar Electro-Samples macht den Wiedererkennungswert der beiden aus. Ich verweise da nur auf “Daylight” aus ihrem zweiten Album als Beispiel.
Anspieltipps: “Cameras”, “Silver Tiles”
Body Language | Social Studies EP
Die nächsten vier vorgestellten Tonträger haben eins gemeinsam: Super Musik für lau. Ja, richtig gehört. Die jeweiligen EPs bieten die Künstler auf Portalen wie bandcamp oder ihren eigenen Homepages frei zum Download an. Und allesamt beweisen sie, dass Qualität nicht linear vom Preis abhängt. Nun aber mal zur ersten Band, ihres Zeichens Body Language aus Brooklyn, ergo wieder New York. Das Quartett weiß mit gut arrangierten Electropop-Songs zu überzeugen. Wer ein bisschen mehr als nur die 4 Tracks auf der EP “Social Studies” hören möchte, dem sei auch die Vorgänger-EP “Speaks” ans Herz gelegt, für die allerdings ein kleiner Obulus zu entrichten ist.
Anspieltipp: “Falling Out”
Galapaghost | Runnin’ EP
Widmen wir uns der nächsten frei verfügbaren EP, dieses Mal “Runnin‘” von Galapaghost aka Casey Chandler aus dem Austin, Texas. “Runnin’” ist seine mittlerweile dritte EP, die wie die beiden Vorgänger in kompletter Eigenregie eingespielt und produziert wurde. Die Musik ist dabei hauptsächlich im Folk angesiedelt und zeichnet sich durch die häufige Ukulelen-Begleitung der Tracks aus. Besonders innovativ, auch wenn es ähnliches sicher schon einmal gab, finde ich den Titel “Disintegration”, dessen Lyrics lediglich aus lose aneinander gereihten Wörtern, die im Laufe des Songs buchstabiert werden, bestehen. Klingt jetz erstma langweilig, aber überzeugt euch selbst von dem guten Arrangement. Ebenfalls nenneswert ist “Rise & Fall”, der mich ein wenig an “Anyone Else But You” von den Moldy Peaches erinnert hat.
Anspieltipp: “Disintegration”
Guards | Guards EP
Wie bereits erwähnt, noch ein Bandcamp-Fund, diesmal geht der Dank jedoch an Janos für den guten Tipp. Dabei kann ich euch nicht einmal sagen, wer hinter Guards steckt, aber das ist ja zweitrangig. Es bleibt nur festzustellen, dass die Damen und Herren ihr Handwerk beherrschen und einprägsame Retro Popsongs auf ihrer EP zusammengepackt haben. Und das ganz kostenlos, was will man mehr. Man darf gespannt sein, ob zukünftige Veröffentlichungen dieses Niveau halten können. In dem Fall wären sie nicht zu unterschätzen.
Anspieltipps: “Resolution Of One”, “Crystal Truth”
Palms On Fire | EP#1, EP#2
Ebenfalls durch Janos bin ich auf Palms On Fire aufmerksam gemacht worden. Und soweit ich den Überblick habe, wäre das die erste russische Band in meiner Musiksammlung. Wusste gar nicht, dass man auch in Russland Beach Pop fabriziert. Noch knuffiger wird das alles durch den leichten russischen Akzent, der in den Liedern rüberkommt. Wenn ihr den ehemaligen Ostblock also auch mal wieder unterstützen wollt, ladet euch die erste bzw zweite EP der Formation herunter.
Anspieltipp: “Sand Castle”
Mon Petit Chou Chou | Headlights EP
Nach all dem frei verfügbaren mal wieder etwas gegen Geld Erhältliches. Umsonst ist schließlich nur der Tod. Mon Petit Chou Chou, was direkt übersetzt “Mein kleiner Kohlkopf” und eigentlich “Mein Schätzchen” heißt, ist eine Band aus den eigenen Landen, genauer aus Gießen und Nürnberg. Für eine Debüt-EP bekommt man hier für 6 € guten Dream Pop geboten. Die Stimmen von Louisa, Lorenz und Arlo ergänzen sich dabei einfach perfekt und lassen besagte 6 € als eine gute Investitionen erscheinen.
Anspieltipp: “Headlights”
Bloodgroup | Dry Land
Nachdem ich euch also nun die Vorzüge von Musikportalen wie bandcamp näher gebracht habe, möchte ich auf eine weitere gute Quelle für bis dato weniger bekannte Künstler hinweisen. In diesem Falle ist das die Radiostation KEXP aus Seattle. Nun werdet ihr euch fragen, ob ich die ganze Zeit mit nem Langwellenempfänger in meinem Kabuff hocke? Das sicher nicht. Dem Internet sei dank hat KEXP auch einen Youtube-Channel eingerichtet. Dort sind dann die Live-Auftritte diverser Bands in den KEXP-eigenen Studios zu sehen. Und diese sind in einigen Fallen sogar nochmal um einiges besser als die Albenversionen der jeweiligen Künstler (siehe Florence + The Machine). Nachdem ich also neulich mal wieder reingeschaut habe, was es neues gibt, hat mich die Fülle an guten Bands vom diesjährigen Icelandic Airwaves Festival überrascht. Ein Song im Speziellen war “My Arms” von Bloodgroup, der mich im Endeffekt dazu bewogen hat, mir das dazugehörige Album “Dry Land” aus dem Jahre ’09 zu besorgen.
Anspieltipp: “My Arms”
Halves | It Goes, It Goes (Forever & Ever)
Bei all dem Dream und Beach Pop auch mal ein bisschen Abwechslung. Die bringen Halves mit ihrem Debütalbum “It Goes, It Goes (Forever & Ever)”, das eher im Ambient und Post-Rock angesiedelt ist. Wer es also mal ruhiger angehen will, sollte sich die Jungs aus Irland mal zu Gemüte führen. Ein kleines Schmankerl nebenbei: Das Album wurde in denselben Studios aufgenommen, in denen sonst Godspeed(!) You(!) Black Emperor zugegen ist. Außerdem ist auch Amy Millan von den Stars auf dem Album zu hören. So viel zur Kategorie “Nutzloses Wissen”.
Anspieltipp: “The Little Octoberist”
The Malpractice | Tectonics
Dass die Größe eines Landes nicht gleichbedeutend mit ihrem Aufgebot an guten Künstlern ist, hat Dänemark zumindest mir inzwischen schon bewiesen. Da sind hervorragende Bands wie Volbeat, Nephew oder Beta Satan zu nennen. Und gerade mit letzteren verbindet “The Malpractice“ mehr als nur das Herkunftsland. Denn hinter dem Projekt steht Johannes Gammelby, seines Zeichens Mitglied von Beta Satan und nun auf Solopfaden unterwegs. Nach eigener Aussage hat er den Albumtitel weniger aus geologischem Interesse gewählt, sondern viel mehr als passende Beschreibung für die Songs darauf. Schließlich stoßen da auch ständig Tonmassen auf einander, um Klangmassive zu bilden. Aber genug der schwülstigen Lobesreden, hört selbst mal rein.
Anspieltipps: “Boss Stallion”, “Oh, The Irony”
The Barlights | You Cannot Choose The Roads That Take You Home
Von Dänemark zieht es uns weiter zu unseren Freunden, den Briten. Und zu einer vierköpfigen Band aus Norwich, die da auf den Namen “The Barlights” hört. Ich könnte jetz die Musik umständlich beschreiben, aber im Grunde genommen klingen über die Hälfte der Lieder wie Kompositionen aus der Feder der Turin Brakes. Besonders was den Gesang betrifft, müssen beide Sänger doch über ein paar Ecken verwandt sein. Mit “You Cannot Choose The Roads That Take You Home” liefern sie ein solides zweites Album ab, das vor allem durch Vielseitigkeit überzeugen kann. Insofern kann ich auch der Genrelistung auf Myspace (Indie/ New Wave/ Country) nur zustimmen.
Anspieltipps: “You Cannot Choose The Roads That Take You Home”, “Everyone Is Getting It (But Me)”
Damit entlasse ich euch erstma in die ausführlichen Hörproben. Sollte doch für jeden was dabei sein.
MfG Ern

























