Konzert: Matt & Kim + Dancing Pigeons
Ern | 29. 03. 2011 | Konzertbericht, Musik
Es ist nie falsch, die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken. Dann wird man nämlich meistens eher positiv überrascht. So auch heute im Verlaufe des ganzen Konzertes von Matt & Kim im Lido, das ja inzwischen offensichtlich zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden ist. Mit ins Boot geholt haben sich die New Yorker die Jungs von Dancing Pigeons. Die haben die Fete dann gebührend eröffnet, nachdem sich die Musik aus dem Off sowieso schon dreimal beim gleichen Aracade Fire-Song aufgehängt hatte. Achso, Dancing Pigeons sind übrigens ein Hamburger Quartett, bestehend aus Keyboarder, Sänger, Bassist und Drummer. Präsentiert haben sie herrlich tanzbaren, englischsprachigen Electro Pop und im Nachhinein wundert es mich auch nich, dass sie bereits als Support für Acts wie Digitalism oder Ladytron am Start waren. Die Lyrics waren mir aber ein wenig einfallslos und repetitiv. Aber das wurde ja wiegesagt auf musikalischer Ebene locker wettgemacht. Großes Lob an den Drummer diesbezüglich.
So viel zum Vorgeplänkel. Die Truppe wurde gebührend verabschiedet und hat auch tatkräftig angepackt, während als Umbaumusik amüsante Hip Hop-Remixes von den Ramones, Rihanna oder Snoop Dogg gespielt wurden. Wieso auch nich. Und dann konnte der Spaß ja auch schon losgehen, schließlich brauchen die beiden ja nicht mehr als Schlagzeug und Keyboards. Energiegeladen stürmten sie die Bühne, was man als wegweisend für den ganzen Abend sehen kann. Los gings mit “Yea Yeah”. Und während die Dancing Pigeons relativ wortkarg waren und keine Interaktion mit dem Publikum zeigten, waren Matt & Kim genau das Gegenteil. Matt redete wie ein Wasserfall. Da wurden wir darüber informiert, wie weit weg von zuhause sie momentan sind und wie sehr sie sich deshalb freuen, so ein umwerfendes Publikum am Start zu haben. Kim hats dann auch öfters auf ihr Schlagzeug gezogen, steht sich ja so schön. Achja, und wie jeder Tourist wussten sie das deutsche Bier bzw. die Größe der Bierflaschen besonders zu schätzen. Anders als auf sonstigen Konzert war das heute aber auch tatsächlich mal ein Mitmachkonzert. Okay, das gewöhnliche “Ihr hüpft los, wenn ich es sage” und “Ihr singt jetz so laut mit, wie ihr könnt” gibt es auch auf anderen Gigs, aber wo durfte man denn bitte schonmal Luftballons mit den Konterfeis der Interpreten aufpusten und dann wild in die Luft katapultieren? Letzteres hat besonders Spaß gemacht. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Konzert schneller vorbei ging als es einem lieb war. Im Handumdrehen waren wir da plötzlich beim letzten Song angelangt der wie hätte es anders sein können, “Daylight” war. Oh, ich vergaß den Booty Dance von Kim lobend hervorzuheben. Wohlgemerkt gestemmt von kräftigen Jungs aus dem Publikum. Und die waren bei einem gefühlten Durchschnittsalter von 20 Jahren doch recht wenig vertreten. Zum Abschluss gabs dann noch ein paar High Fives mit dem Publikum und Free Hugs für alle, die einen brauchen. Im Moment, geht die Sause im Lido wahrscheinlich weiter, so haben es die beiden zumindest angekündigt. Fazit des Konzerts ist für mich auf jeden Fall, dass ich beim nächsten Berlin-Gig auf jeden Fall versuchen werde, dabei zu sein. Denn genau das war das Feeling, für das man auf Konzerte geht. You’re my heroes!
MfG Ern
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Steffi










