Konzert: The Kills + S.C.U.M.
Ern | 9. 04. 2011 | Konzertbericht, Musik
Andere Location, selbe Band. Nachdem ich die Kills damals in der Maria das erste Mal gesehen hatte, war mir klar, dass ich auf jeden Fall wieder auf ein Konzert von den beiden gehen werde. Heute war es dann so weit. Wegen gestiegener Nachfrage bzw. höherem Bekanntheitsgrad, den sie vor allem ihrem vorletzten Album “Midnight Boom” zu verdanken haben dürften, stieg die Party diesmal in Huxley’s Neuer Welt am U Herrmannplatz. Da war ich zuletzt, um mir die Killers anzusehn, was zugegeben schon Jahre her ist. Sei’s drum.
Anders als beim Maria-Gig haben sich Jamie und Alison diesmal Verstärkung in Form von S.C.U.M besorgt. Die haben natürlich gleich mal ne halbe Stunde später angefangen als geplant. Da war die besänftigende Musik à la Roxy Music auch nicht aufbauend. Aber sie stimme uns zeitlich auf den richtigen Sound ein. Denn S.C.U.M klingen wie eine dieser vielen 80s-Revival-Bands. Ein bisschen Synthesizer, eine markante Stimme und fertig sind die Lieder. Ganz bestimmt erfindet man so nicht das Rad neu, aber ihre Sache haben sie trotzdem gut gemacht. Und einmal mehr eine Truppe mit weiblichem Drummer. Die Damen stehn ihren männlichen Kollegen da ja inzwischen fast nichts mehr nach. Das Set war dann relativ schnell durchgespielt und die Musikanlage in der Halle hatte schon mal einen guten und lauten Eindruck hinterlassen.
In der Umbaupause füllte sich dann auch endlich die Halle in dem Maße wie ich es erwartet hatte. Die Musik wurde ebenfalls besser. Da tauchte sogar plötzlich mal The XX mit “Crystalized” auf. Hört man doch immer wieder gerne. Nach gefühlten tausend Mic-Checks tauchten dann die Protagonisten des Abends endlich auf der Bühne auf und brachten die Menge gleich mal mit “No Wow” in Stimmung. Wie auch schon in der Maria haben sich die beiden mal wieder für eine Art Semi-Playback entschieden, was die Drums und einige Gitarrenparts beisteuert. Den Rest übernahm aber natürlich Jamie an der reichlich verzerrten Gitarre und auch Alison aka VV durfte ab und zu mal in die Saiten hauen. Aber so schön es auch war, die Kills endlich wieder live zu sehn, so schnell ging das Konzert auch wieder vorbei. Da musste man sich plötzlich schon über das inoffizielle Ende der Show wundern, dem letztendlich auch nur noch 3 Zugaben folgten. Naja, vielleicht bin ich da auch zu verwöhnt. Aber ich sehe es positiv. Mein Lieblingstrack und gleichzeitig erster gehörter Kills-Track überhaupt (“Fried My Little Brains”) wurde tatsächlich gespielt, wie es sich gehört als letzter Titel. Ihr könnt euch vorstellen wie ich da abgegangen bin. Der Rest des Publikums, zumindest mittig vor der Bühne tat es mir gleich. Andere Tracks, die zum Besten gegeben wurden, beinhalteten “Future Starts Slow”, “Heart Is a Beating Drum”, “Kissy Kissy”, “U.R.A. Fever”, “Tape Song”, “Satellite”, “DNA”, “You Don’t Own The Road”, “Baby Says”, “Sour Cherry” und in der Zugabe “The Last Goodbye”, “Pots and Pans” und wie bereits erwähnt “Fried My Little Brains”. Wie man im Endeffekt sieht doch jede Menge Songs, aber Einstein hatte wohl mit der Relativität der Zeit nicht so Unrecht. Nun heißt es warten bis zum nächsten Berlin-Gig, bei dem ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Start bin.
MfG Ern
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