Konzert: Metronomy + Champions
Ern | 10. 05. 2011 | Konzertbericht, Musik
Pleiten, Pech und PAM! Das waren Metronomy im Lido. Aber alles der Reihe nach. Als ich eine halbe Stunde vor Beginn des Konzerts zum Lido hingeschlendert bin, war von dem ausverkauften Konzert noch nicht viel zu sehn. Aber wer will’s den Besuchern übelnehmen, dass sie den Rest guten Berliner Wetters mitnehmen. Auf diesem Wege wurde ich wenigstens durch das gelangweilte Lesen eines Flyers noch auf das Konzert von The Soft Moon nächsten Montag aufmerksam, das ich ungern verpasst hätte. Back to topic: Im Warteraum schnappte ich noch ein Gespräch des Frontsängers der deutschen Vortruppe Champions aus Koblenz auf, denen es anscheinend an Rotwein im Backstage-Bereich fehlte. Hört man auch nicht alle Tage. Trotz offensichtlichem Zuspruch zum Alokohol schaffte es die Viererkombo aber sogar überpünktlich auf die Bühne.
Der Sound wusste dann positiv zu überraschen. Als Namedropper würde ich sie wohl als die besseren Kilians abstempeln, aber das wird den Jungs nicht gerecht. Ihre Songstrukturen waren wesentlich ausgebuffter und die Stimme von Sänger Dennis bei weitem nicht so leierhaft wie besagte Referenz. Die ruhigeren keyboard-unterstützten Songs wussten ebenso zu begeistern. Ein schönes Stückchen englischsprachiger Rock aus deutschen Landen eben. Und sympathisch waren sie allemal, auch wenn das Publikum erst zum Näherkommen animiert werden musste.
In der Umbaupause füllte sich dann der Saal endlich und Wurde der Betitelung “ausverkauft” langsam aber sicher gerecht. Beim Soundcheck zeichneten sich dann bereits die ersten technischen Schwierigkeiten bei Josephs Zweitmikro ab. Nichtsdestotrotz ging es dann mit dem Mainact weiter und die 4 (für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Gabriel hat die Band nach dem zweiten Album verlassen und wurde durch Anna am Schlagzeug und Gbenga am Bass ersetzt) marschierten mit modischer LED am Revert ein, die sich dann tatsächlich auch immer wieder während der Songs synchronisiert blinkend zu Wort meldete. Im Vorfeld zum Konzert habe ich mir übrigens meine Gedanken zur Setlist gemacht. Versteht mich nicht falsch: “The English Riviera” ist ein solides Album, aber an die Experimentierfreudigkeit und Energie eines “Nights Out” oder “Pip Paine” wird es meiner Meinung nach nie heranreichen. Deswegen war ich umso erfreuter, dass im Endeffekt mindestens genauso viele Songs von “Nights Out” zum Besten gegeben wurden wie neue Titel. Laut offizieller Setlist waren folgende Titel vertreten: We Broke Free, Love Underlined, Back On The Motorway, Holiday, She Wants, Heart Breaker, The Bay, You Could Easily Have Me, My Heart Rate Rapid, Corinne, A Thing For Me, What Do I Do Now, The Look, On Dancefloors, Some Written, Radio Ladio. Warum die Betonung auf “offiziell”? An 2 Stellen musste das Quartett einen Song überspringen, weil sich entweder das bereits im Vorfeld ausfallgeplagte Mikro endgültig in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hatte oder aber weil das Keyboard kurzerhand dem Instrumenten-Streik zum Opfer fiel. Aber so kam immerhin auch “On The Motorway” dazu. Überhaupt bestätigte die Reaktion des Publikums meine bereits kundgetane Meinung zu den Alben. Bei den Klassikern war die Menge immer in Bewegung. Paradoxerweise meldeten sich auf die Frage Joseph’s, wer denn damals schonmal auf einem Konzert gewesen sei, höchstens zehn Leute. Mich ausgenommen – Asche über mein Haupt. An dieser Stelle auch ein Lob an Gbenga und Anna, die ihren Einstieg in die Band anscheinend ohne Probleme hinter sich gebracht zu haben schienen. Und vielleicht noch eine Anekdote is Sachen Technik. Denn die hatte sich ja ganz offensichtlich gegen den Auftritt verschworen. So konnte Joseph nicht einmal sein Mikrofon-Ständer einstellen, weil ein Hulk Hogan bei allem Übereifer für eine mehr als ordnungsgemäße Befestigung desselben gesorgt haben musste. Da half nicht einmal der Griff zur Zange. Und so wurde den starken Männern in Anspielung auf Excalibur kurzerhand die Hand Oscars versprochen, falls man die Apparatur bändigen könnte. Warum sich da wohl keiner gemeldet hat? Spaß beseite. Allen Widrigkeiten zum Trotz wird mir das Konzert vielleicht auch gerade deswegen in Erinnerung bleiben und bei Bedarf ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern.
MfG Ern











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