Alben der Woche: Episode I

| 15. 01. 2012 | Musik, Plattenteller

Entsprechend meiner Ankündigung werde ich von nunan versuchen, euch häufiger über hörenswerte Neuerscheinungen oder auch versteckte Juwelen der Musikwelt aufzuzeigen. Da das apokalyptische Jahr 2012 noch relativ jung ist, beschränke ich mich hier erst einmal auf 3 Alben.

Cloud Nothings | Attack On Memory

Wie gut es einer Platte manchmal tun kann, wenn man einfach ein bisschen Geschwindigkeit rausnimmt und dafür in gleichem Maße mit “Fuck Off”-Attitüde auffüllt. So in etwa waren meine ersten Gedanken zu Dylan Baldis aka Cloud Nothings‘ neuestem Album “Attack On Memory“. Denn während er mit seinem im letzten Jahr erschienen, selbstbetitelten Album eigentlich schon eine gute Lo-Fi Poprock-Platte ganz im Sinne von Yuck und all den Sound-Alikes des Genres ablieferte, fehlte doch das Quäntchen Wiedererkennungswert. Wer aber jetzt z.B. einmal in “Cut You” vom neuen Album reinhört, wird sofort von der treibenden Melodielinie mitgerissen. Sicherlich sind quakige/ raue Vocals, die irgendwo zwischen den Cribs, Kilians und den Stereophonics liegen nicht jedermanns Sache, aber wenn die Musik schon Lo-Fi ist, warum dann nicht auch die Stimme?

Anspieltipps: “Cut You”, “Wasted Days”

Enter Shikari | A Flash Flood Of Colour

Wie schon im damaligen Konzertbericht angesprochen, kommt es selten genug vor, dass Franz und ich in unserem Interpretenpool übereinstimmen. Ein Vertreter dieser schmalen Schnittmenge ist die britische Band Enter Shikari, die ihre Musik gerne und durchaus passend als Trancecore bezeichnen. Mit “A Flash Flood Of Colour” erscheint ihre mittlerweile vierte LP. Und ist vor allem eine Platte, die Spaß macht. Wer sich einmal die Vorabsingles “Sssnakepit” und “Quelle Surprise” angehört hat, weiß, was ich meine. Und für eine Prise Spaß sind die Jungs auch immer zu haben, was mir das ansonsten so brachiale Genre des Post-Hardcore zugänglicher macht. Kennzeichnend dafür ist z.B. die Textzeilen “Yeah, yeah, we are nice guys – until we’re not!” in “Sssnakepit”. Mit dem richtigen Soundsystem machen darüber hinaus auch die Breakdowns mit ihren Trance-Parts besonders gute Laune.

Anspieltipps: “Ghandi Mate, Ghandi”, “Meltdown”, “Quelle Surprise”

Matt Mulholland | Sings Covers

Zu guter letzt noch ein Tipp in persönlicher Sache. Youtube ist wie wir alle wissen ein großartiges Werkzeug, um kostbare Lebenszeit durch Betrachten sinnfreier Videos (Oh, now Charlie bit my feet!) zu vergeuden. Doch es gibt sie noch, die unentdeckten Talente, die auf diesem Weg ein weltweites Publikum ansprechen können. Einer dieser Entertainer ist der Neuseeländer Matt Mulholland, der sich neben seiner unregelmäßig erscheinenden Lebenshilfe-Serie “Sort Your Shit Out” dem Covern von Songs im Multitrack-Verfahren verschreiben hat, bei dem er oft nur auf seine Stimme zurückgreift und so zwangsweise auch die Instrumente synchronisieren muss. Dass er es dabei nie allzu ernst meint, verrät auch schon die Aufmachung des Covers seiner im letzten Jahr erschienen Kompilation Matt Mulholland Sings Covers. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen. Matt ist trotz allem weniger Blödel, denn mehr Barde. Support your oversea artist!