Konzert: Bosse + P:lot
// 21. 02. 2012 // Keine Kommentare » // Konzertbericht, Musik
Zeit genug hatte er ja inzwischen, sich von seiner Kehlkopfentzündung zu erholen. Denn heute holten die, schimpfen wir sie mal Deutschrocker von Bosse um Frontmann Aki ihr ehemals für Ende November angesetztes Konzert im Waschhaus in Potsdam nach. Als unfreiwilligem Exilberliner vor Ort kam mir das heute sogar mal recht gelegen. Mit dabei hatten sie das Kölner Trio P:lot (sprich Pilot). Sicherlich ein eher schwacher Trost, wenn man überlegt, dass sie an manchen Tourabenden von den charmanten und überaus begabten Damen von Boy begleitet wurden.
Aber eine vorschnelle Verurteilung soll das in keinem Falle sein. Denn die Jungs spielen wirklich eingängigen, deutschen Rock Pop, wie man sich auch im Video zur Single “Zuhören” des bald erscheinenden gleichnamigen Albums anschauen kann. So sehr einen die Melodien auch mitreißen konnten, so wenig überzeugend fand ich die Songtexte. Aber zum Anheizen auf jeden Fall keine schlechte Wahl.
Mit Antritt der abendlichen Sensation war dann die Halle auch voll, bei ursprünglich ausverkauftem Haus und gerade einmal 3 Retour-Karten auch kein Wunder, was aber von Aki mit den Worten quittiert wurde, das seien schon fast zu viele Leute für ihn. Aber das hat ihn ja immerhin auch zu lustigen Mitsing-Aktionen motiviert. Als Opener wurde nach einem kurzen Intro aus dem Off “Metropole” angestimmt. Mit “Liebe Ist Leise” wurde dann im Refrain das erste Mal die Textsicherheit des Publikums ausgelotet – und natürlich für gut befunden. Überhaupt war das Konzert durch und durch ein Mitmach-Konzert, was es noch mal so viel sympathischer macht. Wer Aki ein Weilchen kennt, weiß, was für ein netter Laberkopf er ist. ich hab Bosse damals noch im Vorprogramm von Mando Diao gesehen, das dürfte locker 6 Jahre her sein mittlerweile. Und viel hat sich seitdem nicht geändert. Zu “3 Millionen” hatte er die Story auf Lager, dass es wohl der wichtigste Song der Band ist, da er ihnen in Zeiten ohne Labels, wo man auf die Unterstützung von Sendern wie Fritz angewiesen war, die nötige Publicity und die Kraft zum Weitermachen verliehen hat. Auch die Meute kam bei dem Song richtig auf ihre Kosten, da Axel mitunter inmitten der Menge trällerte und uns beim Refrain nicht groß bitten musste. Eine weitere Geschichte zum Schmunzeln hatte er für “Sommer Lang” parat. Denn seit er in seiner Jugend Heather Nova verfallen war, plante er auf jedem Album ein mögliches Duett mit ihr ein, so auch bei dem Titel, wovon aber letztlich nur noch die Textzeile “everyday’s like a new beginning” übrig geblieben ist. Es wäre müßig, hier jeden einzelnen Song aufzufriemeln, dem geneigten Leser sei aber ein Blick auf die Setlist zu empfehlen… Vielleicht aber noch zu den Highlights. Da ist die Unplugged- oder vielmehr Rumba-Version von “Die Irritierten” zu nennen, die durch den Einsatz von ein bisschen Cajon und Opas gutem Akkordeon gleich viel beschwingter und tanzbarer daher kam. Oder die um einen Mini Korg mit Stimmenmodulator erweiterte Version von “U-Bahn”. Spaß pur. Wie eigentlich das ganze Konzert, dass trotz der 19 Songs viel zu schnell vorbei ging, aber mit “Die Wende Der Zeit” einen mehr als würdigen Abschluss gefunden hat. Man kann Bosse nur wünschen, dass sie so bleiben wie sie sind, denn dann wird ihnen auch in Zukunft reichlich Erfolg beschieden und das Wohlwollen der Fans sicher sein. Mit diesen Worten verabschiede ich mich für heute…
MfG Ern










