Pimp your Pavement!
// 31. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Aktionen, Gesellschaft
Es ist ja bekanntlich nicht alles schlecht, was im Fernsehen läuft. Zugegeben, groß ist der Anteil der guten Sendungen nun auch wieder nicht, aber es gibt sie, die Lichtblicke. Vor just ein paar Minuten bin ich durch Zappen mal wieder bei meinem geheimen Lieblingssender eins festival gelandet. Nach einer mageren Filmkritik für Sex and the City 2, die mich selbstverständlich nur marginal interessiert hat, folgte ein Beitrag, der mich hellhörig werden ließ.
Thema war das sogenannte Guerilla Gardening. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich recht einfach erklärt. Stellen wir uns einen typischen Stadtbewohner vor, nennen wir ihn Hans. Hans wohnt also in der Stadt, guckt jeden Tag aus seinem Fenster und bemerkt dabei jedes Mal das verwahrloste Brachland neben dem Bürgersteig. “Da müsste man doch was machen können.”, sagt er daraufhin zu sich und beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er trifft mit seiner Idee schnell auf Gleichgesinnte, die sich gegen die urbane Tristesse verschworen haben. Mit einem Baumarktbesuch und ein paar Euro Investition rücken sie fortan aus, nur mit Schüppe und Gießkanne bewaffnet, um besagte Flecken mit Pflänzchen ihrer Wahl aufzuhübschen.
Gestartet hat diese Bewegung nicht etwa unser imaginärer Freund Hans sondern der Brite Richard Reynolds im Jahre 2004 in der schönen Stadt London. Auf der Homepage des Projekts hat sich mittlerweile eine weltweite Community gebildet, die sich über Facebook, Forum und Konsorten auf dem laufenden hält, wenn es um neue Aktionen an der Gärtnerfront geht. Die Ergebnisse sprechen für sich:
Rechtlich gesehen bewegen sich die Guerrilla-Gärtner natürlich auf dünnem Eis, da es sich natürlich meist um öffentliche “Grünflächen” handelt, aber wie auch am allgemeinen Echo im TV-Beitrag zu erkennen war, gibt es kaum Gegner, warum auch, wenn jeder einen Nutzen davon hat. Wer sich vielleicht erst einmal mit dem Thema auseinander setzen möchte, kann sich auch Richards Buch zum Thema mit dem Titel “Guerilla Gardening: Ein botanisches Manifest” besorgen oder alternativ in oben angesprochenen Foren aktiv werden. Ich werde die Idee auf jeden Fall verfolgen und mal gucken, ob es in Potsdam vielleicht auch was zu bepflanzen gibt. Alternativ soll laut einsfestival-Beitrag die aktivste Community Deutschlands ja in Berlin gärtnern. On verra.
Stay tuned.
MfG Ern








