Glaub’ schon
// 07. 09. 2010 // 1 Kommentar » // Gesellschaft, Religion
Jaja, die Religion als leidiges Thema und dennoch habe ich es immer geschafft, es mal wieder anzuschneiden. Bin aber letztens auf eine Anime-Serie mit dem Namen Full Metal Alchemist gestoßen, die den Zwiespalt in der Gesellschaft thematisiert hat. Das hat mich dann wieder in meiner Überzeugung bestätigt. Glücklicherweise hat man es als Atheist in der Moderne nicht so schwer wie vielleicht noch vor einigen Hundert Jahren. Wie meine Freundin Wikipedia mir offenbart hat, geht allein die Herkunft des Wortes Religion auf interessante Verben zurück. Es gibt die 2 Varianten: religere = immer wieder lesen; oder religare = zurückbinden. Zumindest bezogen auf die Kirche könnte man keine passenderen Definitionen finden. Denn worauf fußt die Religion (im Weiteren auf das Christentum bezogen)? Auf einem lose zusammen geschriebenen Fantasy-Wälzer, der sich unverdient seit Jahren auf dem ersten Verkaufsrang hält. Verschwendetes Papier! Es mögen ja Lebensweisheiten in diesem Buch stecken, aber die finde ich z.B. auch zuhaufe in einem Descartes, Sartre und wie sie nicht alle heißen. Oh, und das “Zurückbinden” scheint wie perfekt zur Inquisition zu passen. Ich empfehle da den Genuss des Films “Goyas Geister”, in dem “die Frage” als damals gängige Foltermethode von Verdächtigen praktiziert wurde. Sicherlich nicht der einzige historische Fehltritt. Auch wenn ich an Geschichte wahrlich nie interessiert war, so sind mir doch die Kreuzzüge und Glaubenskriege, die die Menschheit seit ihrer Wiege begleiten, immer im Gedächtnis verblieben. Ironie des Schicksals ist es da, dass die Akzeptanz der Religion in der Gesellschaft einem Teufelskreis entstammt. Denn Menschen wenden sich der Religion besonders in Zeiten der Not zu. Diese Zuwendung wird ausgenutzt, um Kriege gegen “Ungläubige” anzuzetteln, die meist zu noch größerem Leid führt. Als Rechtfertigung dient der Wille einer Person, die nie jemand bei klarem Verstand zu Gesicht/Gehör bekommen hat. So ist man doch fein raus. Wer will einen da schließlich noch belangen?
Wie sagte Descartes so schön: “Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”. Diesem Aufruf sind mittlerweile zum Glück viele gefolgt und parallel zum Siegeszug der Wissenschaft leidet die Kirche an einem historischen Image-Tief. Das ist dann wohl Gottes Wille. Aber wie es sich für die konservativen Herren gehört, negieren sie weiterhin alles Neue und halten an ihren Methoden fest. Ein kleines Beispiel: Darwin hat sehr richtig festgestellt, dass auch der Mensch nur ein Glied in der Kette der Evolution ist. Wie allen anderen Lebewesen liegt der Sinn unseres Lebens also auch in der Fortpflanzung. Das Zölibat wäre in freier Wildbahn also spätestens in einer Generation durch natürlich Selektion abgeschafft worden. Anderes Beispiel: In Zeiten einer steigenden Weltbevölkerung will uns der Vatikan weißmachen, Verhütung sei schlecht und zerstört damit vielleicht jahrelange Aufklärungsarbeit ehrenamtlicher Helfer in Entwicklungsländern. Und so lasse ich mir nicht von jemandem etwas über den Menschen erzählen, der die Natur desselbigen nicht anerkennt.
So, von Zeit zu Zeit muss ich mir da einfach Luft machen. Das soll jetzt übrigens nicht als allgemeine Ablehnung aller religiös geprägten Leute und Christen im Speziellen gesehen werden. Schließlich leben wir in einem demokratischen Land und jeder ist frei in seinen Entscheidungen und das erkenne ich an, aber es ist ein Weg, den ich nie gehen würde oder kann.
Over and out. MfG Ern
















