Konzert: Other Lives + Jason Serious
// 14. 11. 2011 // 1 Kommentar » // Konzertbericht, Musik
Es war ein kühler Sonntagabend in Berlin und die Strecke zum Privatclub zu Fuß zu laufen im Nachhinein vielleicht nicht die beste Entscheidung. Der Grund für den Spaziergang war dafür aber umso mehr gerechtfertigt. Denn am heutigen Tag kam das Alternative Folk-Quintett Other Lives zum ersten Mal nach Berlin, um uns Hauptstädter zum Träumen zu bringen. Im Übrigen war das für mich auch der erste Besuch im Privatclub, der sich aber in seiner Aufmachung nicht vor Venuehausnummern wie Comet Club oder Lido verstecken muss. Lediglich Klaustrophobikern könnte das Kellergewölbe etwas suspekt sein.
Da ich im Vorfeld nicht großartig etwas über eine etwaige Vorband in Erfahrung gebracht hatte, ließ ich mich dann erst einmal überraschen. Und Jason Serious konnte das durchaus im bestmöglichen Maße. Denn trotz meiner grundsätzlichen Skepsis gegenüber Country im weitesten Sinne, schaffte er es mit seiner Band, das Publikum für sich zu gewinnen. Das lag sicherlich auch an den harmonischen Refrains, die er häufig mit seinem australischen Banjo-isten bestritt und hier un da mal Gänsehautmomente heraufbeschwor. An dieser Stelle auch ein Lob an die Tontechniker vom Club. Obwohl ich leider unweit der Box stand, fand ich sowohl Lautstärke und Mixing unglaublich gut. Das steinige Gewölbe tat dann sein Übriges zur Akustik. Jason kam übrigens so gut an, dass er sogar zu einer Zugabe aufgerufen wurde, was ihm seiner Erzählung nach bis dato auch noch nicht passiert war. Nach der Zugabe gings dann an den Umbau der sich in doppelter Hinsicht als schwierig gestalten sollte.
Zum Einen gibts im Privatclub keinen Backstagebereich im eigentlichen Sinne, über den man die Instrumente bequem auf die Bühne schaffen könnte. Somit wurde die Menge im Moses-Gedenkspiel aufgespalten um eine Schneise für die Instrumente zu schaffen, die übrigens auch größtenteils von der Band selber auf die Bühne getragen wurden. Und hier kommt das zweite Problem – die schiere Anzahl der Instrumente. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, nachzuzählen: Ein Cello, 2 Geigen, 2 Keyboards, 1 Drumset, eine Akustikgitarre, eine E-Gitarre, ein Bass, eine Pauke, eine Trompete, 2 Xylophone, eine Mundharmonika, ein Schellenring, ein Paar Castanetten und zu guter letzt ein mit Glocken besetztes Geweih. Aufsummiert komme ich da auf stolze 17 Accessoires, die natürlich auch nur im Tetrisprinzip auf die Bühne passten. Aber entscheidend ist ja das Ergebnis dieser Konstellation. Und das war wirklich unglaublich. Jesse’s Stimme füllte den ganzen Raum, während man von jedem Paukenschlag förmlich durchgeschüttelt wurde. Nur um sich dann im nächsten Moment von Jonathan oder Jenny an Violine und/oder Cello verzaubern zu lassen. Da lässt sich die Begeisterung der Meute, mich einbezogen, nachvollziehen. Zumal auch alle Wunschtitel gespielt wurden, was angesichts von gerade einmal 2 Alben noch anzunehmen ist. Mein Highlight waren “Dust Bowl III” und “Black Tables”, aber auch vielbejubelte, weil bekannte Titel wie “For 12″, das Dead Man’s Bones-esque “Old Statues” und der Titeltrack des neuen Albums “Tamer Animals” waren einfach noch mal so viel besser als auf der Platte. Es sind diese Momente, wegen denen ich nach wie vor so gerne auf Konzerte gehe. Da ist es auch egal, dass zwischendurch mal ein Soundtechniker auf die Bühne klettern muss (was sich wegen oben erwähnter Befüllung schwierig gestaltete) oder es doch für den kleinen Keller recht voll war. Jesse kam auch nicht umher, uns als “seriously, you’re the best” abzustempeln. Das ging sogar so weit, dass die Fünf nach ihrer gespielten Zugabe und dem eigentlich Abgang noch ein weiteres Mal auf die Bühne geklatscht wurden, um uns dann ein – vom Publikum begleitetes – Cover des Ramones-Song “Now I Wanna Sniff Some Glue” zu präsentieren. Und all das für nicht einmal 14 Euro. Ich wünsche Other Lives natürlich alles erdenklich Gute und viel Erfolg für die Zukunft. Anfang nächsten Jahres touren sie zusammen mit Radiohead durch die Gegend, da werden sie ja dann (leider auch) der breiten Masse bekannt. Abschließend möchte ich allen Lesern, die die Band noch nicht kennen, ihren Stream bei Soundcloud ans Herz legen.
So long and thanks for all the fish.
MfG Ern


Es passiert nicht gerade oft, dass die Autoren von iophobia in ihrem Musikgeschmack übereinstimmen, doch wenn es passiert, dann ist Enter Shikari im Spiel. Und deshalb taten wir uns zusammen, um dem Berlinkonzert der 4 Engländer im ausverkauften Columbia-Club beizuwohnen.
Als ich las, dass Between The Buried And Me am 14. September ihren Weg nach Berlin finden würden, war mir sofort klar, wo ich diesen Abend verbringen würde. Ort der Veranstaltung war der Magnet Club, der laut Website an diesem Abend ausverkauft war. Das Schöne an dieser Location ist die überschaubare Größe. Zwar würde ich BTBAM jederzeit zutrauen sich auch auf einer größeren Bühne zu behaupten, aber die Atmosphäre in solch kleinen Clubs ist dann doch irgendwie familiärer.
Zum ersten Mal seit November 2008 spielten Slipknot in der Hauptstadt – und das dann auch noch pünktlich zur Fête de la Musique. Den sehr kurzfristig anberaumten Auftritt hatten die Berliner dem Umstand zu verdanken, dass das eigentlich für den 21. Juni geplante Sonisphere Festival in Bulgarien abgesagt wurde. Des einen Freud ist des anderen Leid könnte man meinen, und so pilgerten jede Menge enthusiastische Slipknot-Fans am Dienstagabend zu einem emotionalen Konzert in die gut gefüllte Columbiahalle.
6 Jahre nach ihrem letzten Berlin-Konzert kehrten Serj, Daron, Shavo und John gestern endlich wieder in die Hauptstadt zurück. Nach einer fast 5 Jahre andauernden Auszeit hatten sie einfach Lust mal wieder miteinander zu musizieren, so zumindest hieß es in der Ankündigung für die (Comeback-)Tour, die SOAD über Nordamerika bis zu den gängigen Festivals in Europa führte. Der Auftritt in Berlin war dabei einer der wenigen Headlineshows auf dem alten Kontinent. Wurde vor 6 Jahren noch in der Arena Treptow gefeiert, setzte man dieses Mal noch einen drauf und rief die Fans, die aus ganz Deutschland und Europa angereist waren in die Wuhlheide. Etwa 17.000 Menschen passen vor und neben die Bühne, freie Plätze gab es keine.








