// 16. 04. 2010 // Keine Kommentare » // Netzwelt
Und wieder einmal hat StudiVZ für mich unter Beweis gestellt, dass es nur eine minderwertige Kopie des Branchenprimus Facebook ist. Nachdem ich bereits vor einiger Zeit über die Verbindungsfehler von/zu StudiVZ berichtet habe, war ja anschließend erst einmal Ruhe eingekehrt. Doch was erwartete mich vor einigen Tagen nun wieder ganz unerwartet? Richtig, ein Warnhinweis (siehe Bild). Zugegeben, gegenüber dem schlichten “Oooops!” der Vergangenheit kann diese Hinweisseite mit reichlich Information dienen, aber was man dort lesen kann, lässt mich nur den Kopf schütteln. Los geht es schon mit der Überschrift “Kurzurlaub – dein Profil ist bald zurück”, klingt ja regelrecht entspannend. Anschließend natürlich die obligatorische Stellungnahme zu den Ursachen dieses Seitenaufrufs. Demzufolge ist StudiVZ wie ein Ritter in schimmernder Rüstung nur darauf bedacht, den Alltag seiner Mitglieder sicherer zu gestalten, weswegen man sicher entschieden hat, ein Zugriffslimit einzuführen. Mal ehrlich, kennt das irgendjemand von einer anderen Seite? Stattdessen könnten sie hier und da ein CAPTCHA mehr einführen oder meinetwegen alles über https laufen lassen, dagegen hätte ich nichts. Diese Lösung scheint mir nun reine Schikane zu sein, was besonders durch den nachfolgenden Absatz nicht gerade entkräftet wird. Ich zitiere: “Unser Limit ist so großzügig kalkuliert, dass Du es im Normalfall auch durch viel Aktivität nicht erreichen wirst.”. Hmm, demzufolge ist mir das Unglaubliche gelungen und mir steht ein Preis zu, toll.
Nun aber endlich zu den Ursachen, denn hier wird Studi endlich mal konkreter. Man schiebt es im Wesentlichen auf den Datenklau zum Einen und das Benutzen von Erweiterungen/Skripten zum Anderen. Ersteres kann ich ausschließen, da bisher keine peinlichen Gruppen in meinem Portfolio aufgetaucht sind, denen ich nich selber beigetreten bin. Also muss ich mich wohl für zweiteres schuldig bekennen. Denn ich bin seit längerem Anhänger des BlueVZ, der SVZ Sidebar und der VZTools. Dabei handelt es sich um hilfreiche Erweiterungen, die mir einerseits das hässliche rote Interface von StudiVZ ersparen, eine Sidebar mit momentan bei Studi angemeldeten Leuten anzeigen o.ä. Mit anderen Worten: Unverzichtbar. Es wäre übrigens sicherlich ein Leichtes für StudiVZ, alle diese Skripte innerhalb eines Tages selber zu implementieren, aber wer nicht will.
Schauen wir uns noch schnell die angebotenen Lösungsvorschläge für diese Problematik an, die teilweise recht geistreich gehalten sind. So sollte man nicht dauerhaft eingeloggt bleiben. Gut, das ist unter Umständen nachvollziehbar. Erste fragwürdige Möglichkeit ist das Starten des Firefox im Safe-Mode. Erstens: Warum denn Firefox? Gibt es nicht auch andere Browser. Ich benutze ihn zwar auch, aber bin bisher nur noch wegen des etablierten Erweiterungen-Systems dabei geblieben. Womit wir auch schon beim nächsten Lösungsansatz wären, der Aktualisierung des Browsers. Und? Was soll die an oben erwähntem Zugriffslimit ändern? Aber nicht umsonst ist anschließend der Hinweis verlinkt, StudiVZ funktioniere am besten mit Firefox und ob man ihn denn nciht gleich herunterladen wollte. Dieser Hype geht mir langsam echt auf den Sack! Opera und Chrome verdienen es an dieser Stelle auch einmal, genannt zu werden, sind sie dem Feuerfuchs doch in Webstandardtreue und Geschwindigkeit um Lichtjahre voraus. Als letztes wird noch die Deaktivierung der Benutzerskripte von Greasemonkey und Co empfohlen, die für mich aus oben genannten Gründen nicht infrage kommt.
Zu guter letzt fühle ich mich noch von dem “Bis gleich, Dein VZ-Team” verhöhnt, wartete ich doch vor einigen Tagen bis zum nächsten Tag auf einen erfolgreichen Login-Versuch.
Sollte das so weiter gehen, errichte ich meine Basis bei Facebook oder wandere gleich aus dem Social Networking aus, nun, da jeden Tag neue Datenschutz-Diskussionen aufflammen. Aber den besten Datenschutz hat man vermutlich nur teif unter der Erde in einer dunklen Höhle.
So long
MfG Ern