Archiv für Unterhaltung

Brunchen

// 15. 07. 2010 // Keine Kommentare » // Allgemein, Gesellschaft, Unterhaltung

Wenn der Milchmann zweimal klingelt, ist die Familie wohl mit dem CO2-spuckenden Umweltzerstörer zum Brunch gefahren. Bei dieser Art der Speisenvernichtung trifft man sich zwischen Frühstück und Mittagessen, um demzufolge auch gleich beides auf einmal in sich reinzuschaufeln. So wird dann also gespachtelt bis die Schwarte kracht und der fettgefressene Handelskaufmann beim anschließenden in die Schüssel koten so richtig ins Schwitzen kommt. Ja, mein Gott das ist ja so lecker, da nimmt man den Schweinebraten doch gleich mal mit in die Fäkalienstube, das ist dann auch gleich viel wirtschaftlicher, schließlich entsorgt man die Scheiße gleich da, wo man sie zu sich nimmt, viel Verdauung ist da überhaupt nicht mehr erforderlich. Da hoppelt der gegrillte Hase einmal quer durch alle Därme und steckt am anderen Ende die Löffel gleich wieder raus.

Kommt der dicke Gammelfleischvernichter vom Scheißhaus, wird sofort das Buffet angesteuert, damit auch ja nichts für die anderen bleibt. Bei diesen Gelagen ist allerdings noch ein anderer Typus anwesend. Ein Geschöpf nahezu menschlicher Gestalt, das das genaue Gegenteil zum fettverseuchten Pickelgesicht zu sein scheint.

Hat man sie erstmal entdeckt, tut sich dem Betrachter ein vom biologischen Standpunkt aus betrachtet durchaus interessanter Anblick auf. Die Gestalt ist nach eingehendem Studium als weiblich zu beschreiben. Sie ist deswegen zuerst nicht wahrnehmbar, weil sie einen Serviettenring als Hüftreif verwenden könnte. Dreht sie sich im Gegenlicht zur Seite ist sie praktisch unsichtbar. Diese Papierseiten stehen nun zumeist Sektschnüffelnd in der Gegend rum, kommt eine der Dampfwalzen auf dem Weg zum Pott vorbeigeschreddert, muss man Angst haben, dass der Luftzug das schmale Wesen ins befreundete osteuropäische Ausland weht. Doch die Flugshow endet unbemerkt bereits an der Fensterscheibe, gelüftet wird schließlich nicht in den Fresstempeln des esskulturellen Hochadels, damit der Gestank von Chicken, Falafel und gebratenen Wachteleiern auch richtig schön in die Klamotten ziehen kann.

Was bleibt also nach einem im wahrsten Sinne des Wortes vergammelten Vormittag? Dicke Männer, dünne Frauen, Rumgemüffel und Rumgekotze. Da kann man sich ja gleich den ganzen Tag ein Plumpsklo mieten. Da läuft einem der Hase dann auch nicht weg, wenn er unten wieder rausgequollen ist.

Wo ist Waldo?

// 31. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Gesellschaft, Unterhaltung

Ich weiß nicht ob es heute meine Schreiblaune ist oder einfach die Tatsache, dass ich mich vorhin mal wieder köstlich amüsiert habe. Wie jeden Montag ging’s zum Einkaufen in die Potsdamer Bahnhofspassagen. Es laufen gerade die großen Exotenwochen mit Aquarien und Terrarien voller merkwürdig anmutender Lebewesen. Doch genau da kommt mein Amusement ins Spiel.

Es gestaltet sich als herrliche Feldübung, die Leute dabei zu beobachten, wie sie sich mit der Ausstellung auseinander setzen. Das Interessante sind die immer wieder kehrenden Stereotypen. Zunächst betreten die Leute die Passage. Sie bermerken die Ausstellung und die Menschen, die bereits da sind und werden magisch angezogen. Wer Glück hat, sieht bereits aus der Ferne den Inhalt des Aqua-/Terrariums und schlendert sodann zum nächsten “Behälter”. Den meisten ist soviel Glück jedoch nicht gegönnt. So fällt der erste Blick meist auf die Beschriftung, die einen darüber aufklärt, was den gespannten Zuschauer für ein außergewöhnlich gewöhnliches Tier erwartet. Der Beobachter prägt sich daraufhin jedes noch so absurde Detail der Abbildung ein und sondiert anschließend einer Drone gleich das Gehege. Ein geringer Prozentsatz wird nun fündig, doch die meisten bleiben auch diesmal wieder ohne Erfolg. Die Augen huschen zurück. Hat man sich vielleicht etwas nicht richtig gemerkt? Unmöglich! Doch spätestens nach dem dritten erfolglosen Versuch nagen die Selbstzweifel immer stärker am Ego. Was tun? Haben andere die eigene Inkompetenz bemerkt? Sie muss um jeden Preis kaschiert werden…. um jeden Preis! “Ach, da ist es ja, süß!”, sagt man daraufhin und rennt schnell weiter, um nicht von ebenfalls Verzweifelten im Endstadium auf den Aufenthaltsort des Frustobjektes angesprochen werden zu können. So wird aus einem harmlosen, kleinen Abstecher eine Tortur für die Psyche…. Faszination pur.

Ich habe mir dieses Übel erspart, sehe aber bereits die große Geschäftsidee vor mir. Man kaufe leere Aquarien und dekoriere diese schön, klebe ein paar Schildchen daran, was denn daran zu finden sei und lasse dann Leute gegen Bezahlung (natürlich) auf die leeren Ausstellungsstücke los. EIn Heidenspaß. Dazu schonmal ein kleiner Test: Findet ihr den Gartenzwerg im Bild oben? Nein? Er ist aber da, vorhin hab ich ihn noch gesehen…

Cheers

MfG Ern

Germany: 12 Points

// 06. 03. 2010 // Keine Kommentare » // Musik, Unterhaltung

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Lösungsansätze. Anders war das wohl auch mit dem Eurovision Song Contest nicht. Bis heute ist es zwar schleierhaft, was für Kriterien ein Song/Interpret erfüllen muss, um auf Platz 1 zu landen, aber auch wenn unser letzter erster Platz mit Nicole’s “Ein bißchen Frieden” nunmehr bereits 28 Jahre zurückliegt, so war es Deutschland auf lange Sicht eigentlich immer gelungen, eine Top Ten-Platzierung zu ergattern.

Das war zum größten Teil auf die Eigeninitiative des selbsternannten Grand Prix-Papstes Ralph Siegel zurückzuführen, der Komponist fast aller Beiträge seit Ende der 70er Jahre ist. Der Fairness halber sei erwähnt, dass auch oben angesprochener Gewinnertitel aus seiner Feder stammt. Und trotzdem: Was war nur los in den letzten Jahren? Seit Max Mutzke mit “Can’t Wait Until Tonight” einen gewohnt guten 8ten Platz landen konnte, schienen der Hit-Schmiede Deutschland die Talente ausgegangen zu sein. Trauriger Tiefpunkt war da wohl der grandiose letzte Platz (von 24 Nationen wohl gemerkt) für “Run & Hide” von Gracia im Jahre 2005. Dass auch die sonst so gefeierten Chartstürmer No Angels vor Jahren so auf die Nase fallen würden (Platz 23/25), zeigte einmal mehr, dass der Bekanntheitsgrad aber auch nun gar nichts mit dem Erfolg beim Song Contest zu tun hat. Was also tun, müssen sich die Herren vom ARD da gefragt haben, richten sie doch jedes Jahr den deutschen Vorentscheid aus. Ich vermute, eine simple Überlegung führte zu dem richtigen Schluss: “Wenn bereits beim Vorentscheid nur schlechte Kandidaten antreten, ist es wohl an der Zeit, sich selbst auf die Suche nach Talenten zu machen. Aber da man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen herzlich wenig Erfahrung mit Casting-Shows gesammelt hat (an dieser Stelle sei auf den “Musical Showstar” verwiesen), entschied man sich zu einer symbolträchtigen Zusammenarbeit mit jemandem, der daran wesentlich versierter ist. Und auch die Zahlen sprechen für ihn. Bereits 3 Mal ist er direkt oder indirekt beim Grand Prix angetreten. Als Komponist für Guildo Horn verhalf er diesem 1998 zu einem 7ten Platz. Mit dem herrlich schrägen “Wadde hadde dudde da?” ging er im Jahre 2000 selber an den Start und kämpfte sich hoch bis auf Platz 5. Wie bereits für Guildo Horn komponierte er auch den oben erwähnten Beitrag von Max Mutzke, was bekanntermaßen mit einem 8ten Platz quittiert wurde. Die Rede ist natürlich von Stefan Raab, dem deutschen Entertainer schlechthin (für manche zumindest). Ich sage nicht, dass er der beste ist, aber zweifelsohne der innovativste. Man denke nur an die vielen Formate, mit denen er die deutsche Fernsehlandschaft in den letzten Jahren bereichert hat, allen voran Schlag den Raab. Und so kam es also zur ersten Kooperation zwischen einem öffentlich-rechtlichen und einem privaten Fernsehsender, mit dem Ziel, über eine Casting-Show einen geeigneten Kandidaten für den Eurovision Song Contest zu finden.

“Unser Star für Oslo” (USFO) startete im Februar mit den vorab ausgewählten besten 20 Bewerbern und an diesem Abend konnten wir bereits das Viertelfinale in der ARD bewundern. Und wo eine Traditions-Casting-Show parallel läuft, da können natürlich auch Vergleiche nicht ausbleiben. Ich schließe mich da persönlich einem sehr guten Online-Artikel des Spiegels an, mehr ist dazu nicht zu sagen. Mir fällt übrigens gerade auf, dass der Artikel faszinierend distanziert geschrieben ist, habe ich doch die Kandidaten mit keinem Wort erwähnt. Ich ändere das auf die letzen Meter natürlich noch, indem ich mich schnur-stracks-ehrlich als Lena-Fan oute. Ich würde mich so, so hart freuen, wenn sie gewinnt. Olé olé. Für alle Intressierten vielleicht gleich mal ein Video, was den berechtigten Hype um sie erklärt.

Nächste Termine sind das Halbfinale am Dienstag um 20:15 wie gewohnt auf ProSieben und das Finale nächsten Freitag zur selben Zeit im ARD.

Abschließend attestiere Deutschland für den diesjährigen Grand Prix am 29. Mai gute Chance, vorausgesetzt der Gewinnertitel passt auch zum Sieger (in diesem Falle also Lena)

In diesem Sinne: Stay tuned

MfG Ern

Wortwert

// 13. 01. 2010 // Keine Kommentare » // Musik, Unterhaltung

WortwertEin B bringt 3 Punkte, ein C stolze 4 und wenn man dann noch auf den dreifachen Wortwert kommt – ein Traum. Na haben wir’s? Richtig, die Lösung lässt sich aus den Buchstaben A, B, B, C, E, L, R und S formen.

Aber wen interessiert denn eigentlich Scrabble? Gut, man wird sich endlich mal wieder seiner Sprache bewusst (und ist außerdem stets kurz davor, sich gegenseitig an die Gurgel zu springen, weil man inzwischen nicht mal mehr dem Duden trauen kann).  Das ist natürlich im Allgemeinen zu begrüßen, wo doch die “Bad Anglicisms” Eingang in unsere schöne Lautmalerei gefunden haben. Bin ich übrigens der Einzige, dem sich bei Wortneuschöpfungen wie “upgeloadet” und/oder “upgedatet” die Fußnägel nicht nur hochrollen, sondern kräuseln?

Egal, nachdem Scrabble spielen also als gesundheitsgefährdend eingestuft wurde, gilt es, Alternativen zu finden. Abhilfe schaffen da zum Beispiel im Großraum Berlin/Potsdam gesellige Abende bei so betitelten Dichterwettstreiten, neudeutsch Poetry Slam. Ich hatte letzte Woche mal das Vergnügen, beim Potslam in Potsdam anwesend zu sein und ich muss sagen: Was haben wir gelacht! (Insofern doch nich ganz ungefährlich für die Lachmuskulatur).

Unangefochtene Spitze war natürlich Präsentator Mark-Uwe Kling mit seinen melodisch untermalten Intermezzos zwischen den eigentlichen Auftritten. Nachfolgend mal ein Vertreter der Spezies des Gemeinen Ohrwurms, der mich gerade belästigt:

Ich denke, das illustriert endgültig mal, dass wir Deutschen nicht so langweilig sind, wie man uns im Auslang gerne mal vorwirft. Aber dass diese Meinung sich nicht so schnell ändern wird, haben wir wohl Blödelbarden à la “Dat is mein Laaaden!”-Mario zu verdanken. Gut, dass wir es mittlerweile besser wissen.

Wer bei diesem kleinen Ausschnitt Lust auf Meer bekommen hat, sollte schwimmen gehen. Wer Lust auf mehr bekommen hat, kann jeden ersten Mittwoch im Monat zum Potslam kommen, jeden ersten Dienstag im Monat zum Kreuzbergslam und auch Lesedüne, sowie Kantinenlesen sind zu empfehlen.

Also fröhnt auch ihr mal wieder der deutschen Sprache, euer Kulturbewusstsein wirds es euch danken!

MfG Ern