Konzert: Beatsteaks + The Death Set
// 11. 12. 2011 // Keine Kommentare » // Konzertbericht, Musik
Wenn sie rufen, kommen alle. Ob groß, ob klein, alle versammeln sie sich, um den Tönen dieser Berliner Urgesteine mit den Punk-Rock-Wurzeln zu lauschen. Die Rede ist natürlich von – wie könnte es anders sein – den Beatsteaks. Zum Austragungsort des Heimspiels und gleichzeitig letzten Konzert der Wintertour haben die Jungs die Schmeling-Halle auserkoren. Das sorgte bei mir im Vorfeld für banges Zittern, was die Soundqualität betrifft. Eine völlig unbegründete Sorge, wie sich später herausstellen sollte. Auch wenn dieses Happening schon das zweite Konzert der Truppe dieses Jahr war (achja, was war es schön im Paradiso), ist es doch schon ein gewaltiger Unterschied, ob man als Band vor 500 oder 9000 Tanzwütigen spielt und erst recht, ob man sich in heimischen Gefilden befindet oder nicht.
Dass sie nicht immer ein glückliches Händchen bei der Wahl ihrer Vorbands beweisen, bewahrheitete sich auch dieses Mal erneut mit The Death Set, einem quirligen Haufen fluchender Pop-Punk-Australier. Es mag an meiner grundsätzlichen Abneigung gegenüber diesem Genre liegen, aber auch heute wollte ich wieder nicht warm werden mit dieser “Musik”. Der extensive Gebrauch von fuck, ob nun als Verb/Nomen/Adjektiv tat sein Übriges, diese Hampelmänner nicht weiter ernst zu nehmen. Lediglich einmal fühlte ich mich flüchtig an die Beastie Boys erinnert, ich bitte, mir diesen mauen Vergleich nachzusehen.
Wo die Australier bei der Animation der Menge versagt hatten, reichte ein simples “Hallo Berlin!!!” von Mr. Arnim “The Hip” Teutoburg-Weiß, um die Meute an den Rand der Extase zu treiben. Nach dem Opener “Atomic Love” und vielen Jubelrufen unsererseits wurden wir von Arnim erstmal darüber aufgeklärt, dass Film und Ton dieser Zusammenkunft nicht nur live in Radio und Fernsehen übertragen werden würden, sondern auch aufgezeichnet werden (Kanonen auf Spatzen II… ick hör dir trapsen). Da das aber eh nichts an der Euphorie des Publikums änderte, gings weiter im Set. Mit dabei waren Songs quer durch alle Alben. Natürlich waren vom neuen Album “Milk & Honey”, “Automatic” oder “Fix It” dabei, aber auch z.B. “Cheap Comments”, bei dem Arnim die Damenwelt mit seinem Hüftschwung wie schon damals in Amsterdam zum Dahinschmelzen brachte. Überhaupt ist er wohl der, und das sage ich im bestmöglichen Sinne, größte Charme-Bolzen in der deutschen Musiklandschaft (andere Meinungen bitte @my hand). Wer einmal auf einem Beatsteaks-Konzert war, wie selbstverständlich er die Menge unter Kontrolle hat. Hier ein rhythmisches Klatschen, da ein synchrones Armwedeln von links nach rechts oder das immer wieder gern gesehene Hinhocken + Ausrasten bei “Let Me In” (–> Gänsehaut @ RockAmRing). Neben “Let Me In” wurden natürlich auch andere Klassiker zum Besten gegeben. Stellvertretend hierfür seien die Kassenschlager “Jane Became Insane” und “Hand In Hand” genannt. Aber jeder hat natürlich seine persönlichen Vorlieben und so habe ich mich insbesondere an Peters Linie 1-Dreingabe “Hey Du” und der Berlin gewidmeten Akustik-Version von “Soothe Me” erfreut. Und wo wir mit “Hey Du” schon ein Cover erwähnt haben, seien der Vollständigkeit halber auch die Neuinterpretation des Hives-Tracks “Hate To Say I Told You So”, des Ton,Steine,Scherben-Klassikers “S.N.A.F.T.” oder aber der Ärzte-Hymne “Teenagerliebe” hinzugefügt. Ich denke, es ist überflüssig, zu erwähnen, dass man kaum mal eine ruhige Minute gefunden hat und das Konzert selbstverständlich viel zu schnell sein Ende erreicht hatte. Da bleibt mir nun nichts Anderes übrig als mich von nunan auf die Open-Air-Saison 2012 zu freuen. Wenn die Welt nächstes Jahr schon untergeht, sollte man wenigstens noch ein Beatsteaks-Konzert mitgenommen haben.
Mfg Ern

















