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Konzert: Bonaparte + Die Ärzte

// 17. 04. 2011 // 2 Kommentare » // Konzertbericht, Musik

“Das mit “DIe Ärzte” KANN NICHT SEIN, wir im Fanclub wüssten was davon”, möchte ich zum Beginn meines Reviews den User Spreewurm von lastfm zitieren. Und er hatte trotzdem Unrecht. Dafür geht man auf Konzerte… um halt auch mal überrascht zu werden. Von offizieller Seite aus sollte also heute Bonaparte in der Columbia-Halle auftreten. So weit so gut. Wollte ich heute also noch schnell nach der Vorband gucken und sehe auf den ersten Blick Jason Forrest. Da dachte ich mir schon: “Muss nich sein, den hatte ich doch bei den Sleigh Bells als Anheizer’. In den Comments bin ich dann auf das ominöse Ärzte-Gerücht gestoßen und habs halt auch erstmal nicht weiter beachtet. Also hin zur Halle und heute zur Abwechslung mal auf der Tribüne oben gemütlich eingerichtet. Um mich zu verteidigen: Ich wollte mal wieder freien Blick auf die Bühne und auch nich unbedingt mitten im Pulk stehen, wenn die Ekstase beginnt. Kurz nach 8 richtete sich dann ein Strahler auf den Eingangsbereich, wo sich die Mannen und Frauen von Bonaparte als Musikkapelle verkleidet hatten und den Marsch in die Halle eröffnen. Normal sein ist halt langweilig. Nachdem sie auf der Bühne angelangt waren, begann das Spektakel. Im selben Moment sah ich wie zwei Typen plötzlich ihre Ärzte-Shirts präsentierten und Farin die Bühne betreten. Ihr könnt euch die Reaktion des Publikums vorstellen. Auf anfängliche Verwirrung folgten aufgeregte Jubelstürme, die umso lauter wurden als sich schließlich auch Bela und Rod blicken ließen. Nun muss ich gestehen, dass ich nicht so firm bin, was die Ärzte-Titelauswahl betrifft, aber ich kann bezeugen, dass die Mainstreamer “Himmelblau”, “Perfekt”, “Schrei nach Liebe”, “Schunder-Song”, “Anti-Zombie”, “Deine Schuld”, “Junge” und “Unrockbar” dabei waren. Letzteres widmeten sie übrigens den Beatsteaks, die ja bekanntlich zur gleichen Zeit im Huxleys aufspielten. Ansonsten ist noch “Die Wiking-Jugend hat mein Mädchen entführt” im Gedächtnis hängen geblieben. Und natürlich die lustigen Floskeln zwischen den Songs. Aussagen wie “Kauft unsere Alben, die sind unser Straßenfeger” oder “Wir haben sogar den Anti-Rechtsextremismus kommerzialisiert” bzw. “Nazis sind die Atomkraft der Zukunft” hinterlassen da schon mal nen Schmunzler. Zur Atomkraft gabs auch noch nen kleinen Jingle à la “Sei nicht dumm, das Atomkraftwerk macht bumm” oder vergleichbar. Eine ungewöhnlich gute “Vorband” also und da wundert es mich auch nich, dass die Menge unten ordentlich abgefeiert hat, sogar inklusive Moshpit! Doch all die Zugabe-Rufe halfen nix, es war dann doch irgendwann Schluss.

Die Umbaupause gestaltete sich dann wieder so wie beim letzten Konzert im November, damals noch im Astra. Das heißt, es wurde wieder ne Leinwand aufgebaut, auf der Bilder von nem Dompteuren-Käfig und ner Show auf dem Eis zu sehen war. Dazu lief 20er Jahre Chanson-Musik mit einigen Lobeshymnen an Berlin dabei. Eben mal wieder was anderes. Da wundert man sich irgendwann auch nicht mehr, dass eine Badewanne mit Palme auf die Bühne getragen wird. Wie auch damals gabs dann einen amüsanten, einleitenden Film zur Vorstellung der Charaktere inklusive Monsieur Bonaparte (Tobias Jundt), Cannonman, Lampshade (Carlos Bruck) und wie sie nich alle heißen. Einige Besucher des Konzerts hatten sich auch an die Tradition von Bonaparte gehalten und kamen selber im Kostüm… und wenn’s nur das angemalte Auge war. Die Setlist ist im Vergleich zum letzten Konzert etwa gleich geblieben. Es war aber für jeden was dabei:
Bonaparte Setlist Columbiahalle, Berlin, Germany 2011Es würde ganze Seiten füllen, zu beschreiben, was da auf der Bühne alles abgegangen ist, aber im Grunde genommen umschreiben es ein paar Worte sehr passend: grotesk und nackte Haut. Eben ein Konzert für Auge und Ohr. Die Akustik war übrigens um Lichtjahre besser als im Astra und durch die größere Bühne konnten sich alle Protagonisten endlich ganz nach Lust und Laune bewegen. Da machte dann der Fahrrad fahrende Cannonman auch mal Sinn.Trotz so vieler Songs gefühlt wie immer viel zu kurz. Aber das nächste Konzert ist auf jeden Fall wieder auf der Watchlist.

MfG Ern

Konzert: Bonaparte!

// 07. 11. 2010 // 1 Kommentar » // Konzertbericht, Musik

Offiziell rangiert der folgende Bericht in der Kategorie “Konzert”, aber seien wir mal ehrlich: Das, was sich da heute abgespielt hab, passt wohl besser in die Sparte “outstanding performance in a supporting act”. Ich habe ja im Voraus bereits Einiges zu den exzentrischen Auftritten gehört, aber dass es ein so amüsanter Abend wird, kann ja keiner ahnen. Die Location war mal wieder das Astra. An sich ja ganz okay, aber diese Säulen in der Halle nerven beizeiten echt tierisch, von den gewohnten Zwei-Meter-Hünen mal abgesehen. Bevor es losging, liefen bereits einige alte Filmausschnitte mit ebenso alter Musikuntermalung auf der Bühne. Auch mal eine willkommene Abwechslung zu dem sonstigen Einerlei (wir erinnern uns an Gisbert zu Knyphausen). Außerdem drückt Bonaparte hier gleich das erste Mal den Stempel auf. Was sich im Vorfeld bereits den Konzertkarten/dem Internet entnehmen ließ, bewahrheitete sich auch mit Beginn des Konzerts: Vorband? Fehlanzeige. Anscheinend ein Tick der Exzentriker, denn das einzige Mal, dass mir das vorher untergekommen ist, war vor 2 Jahren bei den Kills in der Maria. Was solls? Kommt man schneller zum Punkt. Vor dem eigentlich Beginn wurden übrigens in einem kurzen, amüsanten Video alle im späteren Programm auftauchenden Charakter vorgestellt, vorneweg natürlich Monsieur Bonaparte aka Tobias Jundt. Zu den skurrilen Figuren auf der Bühne gesellten sich auch einige Kostümierte und Geschminkte im Publikum. Die Halle war natürlich ausverkauft, aber das ist bei diesem Act ja wohl selbstverständlich. Los ging’s, wie sollte es anders sein, mit “Do You Want To Party?”, was vom Publikum mit einem klaren “Ja!” in Körpersprache beantwortet wurde. Die anderen Songs kamen glücklicherweise gut verteilt von beiden Alben. Auf “Anti Anti” und “Too Much” hat ja eh jeder gewartet, aber mich hat “Fly A Plane Into Me” am glücklichsten gemacht. Ich war im Nachhinein übrigens sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, mich nicht ganz nach vorne in die ersten Reihen begeben zu haben, denn da wurde von den Protagonisten gerne auch mal ein bisschen Obst verteilt (Was zur Hölle macht man mit einer geschenkten Ananas aufm Konzert?) oder mit Sekt o.ä. gespritzt. Andererseits hatten just diese Leute dann auch freien Blick auf die ebenso freien Oberkörper der hinreißenden Actrices auf der Bühne. Ein großes Lob an dieser Stelle an den Requisiteur und Kostümdesigner für die sehr gelungenen Stücke! Ein bisschen Zufall gibt es auf jedem Konzert und so wunderte es mich eigentlich auch nicht groß, dass plötzlich Lorenz Theuer von den mittlerweile aufgelösten “The Rain” an mir vorbei lief. Nach einem kurzen Gespräch mit jemandem, der ihn zu kennen schien, stellte sich auch der Grund seines Besuches raus. Denn der Bassist auf der Bühne war kein anderer als Carlos Bruck, seinerseits ebenfalls ehemaliges Mitglied bei The Rain. Nun hätte mich mal interessiert, ob Carlos schon von Anfang an in dem Musikkollektiv Bonaparte mitgewirkt hat. Während des Konzerts hats Monsieur Bonaparte dann auch mal zeitweise zum Stage Diving hingerissen, was von der Menge mit einem lauten Kreischen, vermutlich größtenteils weiblichen Ursprungs, quittiert wurde. Amüsant war auch die eingebaute Pause in der Performance, als die Bühne plötzlich totenstill und leergefegt wirkte und nur “das Zimmermädchen” mal eben mit dem Staubsager für Ordnung sorgen musste, bevor es genauso energisch wie anfänglich weiterging.Nach zwei Zugaben endete das Konzert schließlich mit “Bienvenido” und die ewige Ansteherei an der Garderobe ging los, das Übliche eben.

Und so endete wieder mal ein gelungenes Konzert in good ol’ Berlin.

MfG Ern

Neues fürs Ohr

// 19. 06. 2010 // 2 Kommentare » // Musik, Plattenteller

Ich sehe gerade, dass ich ein wenig im Rückstand bin, was meine Berichte über neue Platten betrifft. Dabei sind doch so viele gute Platten heraus gekommen! Ich weiß gar nich wo ich anfangen soll. Probier ich’s halt mal querbeet.

TeddyBears | Devil’s Music

Den Anfang machen die elektronisch/ dancefloor-orientierten TeddyBears. “Wat, wen, kenn ick nich”, dürfte die erste Reaktion des geneigten Lesers sein. Aber ich möchte beinah wetten, dass es niemanden gibt, der nicht schon zu “Cobrastyle” abgegangen ist… ihr wisst schon, “My style is di bom digi bom di deng di deng digigi uu uuu…” und so. Falls nicht, bitte umgehend nachholen. Nunja, eben diese lustigen Schweden legen nach “Soft Machine” aus dem Jahre 2006 nun mit “Devil’s Music” nach. Es gibt viele Lichtblicke auf dem Album, nennenswert vor allem “Get Mama A House”, was im Refrain ein wenig nach elektronisch hinterlegten Dandy Warhols klingt.

Earl Greyhound | Suspicious Package

Weiter geht’s mit einem ganz anderen Genre, dem Classic Rock Revival, seines Zeichens repräsentiert durch das Trio Earl Greyhound. Denen wollte ich eigentlich einen eigenen Beitrag widmen, aber nun müssen sie wohl hier unterkommen. Wer einfach mal Lust auf saftige Bässe, klare Drumlines und Gitarrensoli wie in den guten alten Zeiten (als würde ich das beurteilen können) hat, der sollte bei ihrem Album “Suspicious Package” zugreifen. Als herausragender Song des Albums ist “Shotgun” zu nennen, gewissermaßen ein melancholisch-kraftvolles Klagelied.

Foxy Shazam | Foxy Shazam

On we go. Und wir landen bei Foxy Shazam. Allein so ein Bandname erregt beim Stöbern im Internet schon meine Aufmerksamkeit. Dass dann natürlich die Musik auch noch stimmt, ist sicherlich ein Glücksfall. Für ihr selbstbetiteltes Album aus diesem Jahre trifft das aber voll und ganz zu. Die Einordnung in ein Genre fällt mir hier allerdings schwer. Das Album beginnt mit Hundegebell, was soll man da sagen? Egal, es ist jedenfalls eine Menge Powerpop dabei. Ich hätte außerdem auch mal Lust, auf ein Konzert der Jungs aus Ohio zu gehn. Denn wenn Frontsau Eric Sean Nally live nur halb so energiegeladen ist, wie auf dem Album, muss es einen förmlich aus den Socken hauen. Zu empfehlen ist “Connect Me“, findet heraus wieso…

Gyroscope | Cohesion

Und schon sind wir in Down Under angekommen. Hier erwarten uns die Jungs von Gyroscope mit ihrer Platte “Cohesion“. Die ist ein schönes Stück kontemporärer Punk Rock. Gerade wenn man wie ich von Haus aus ein bisschen weniger mit einem bestimmten Genre zu tun hat, ist es schön beim ersten Hören angenehm überrascht zu werden. Noch besser ist es natürlich, wenn sich dieses Gefühl von Song zu Song fortsetzt. Hinhörer sind “What Do I Know About Pain?” und “I Still Taste Blood”… Ich sach nur “Chainsaw chaichaichainsaaaaw”.

Foals | Total Life Forever

Und nun zu einer Platte, die eigentlich einen eigenen Beitrag verdient hätte. Dabei vermute ich mal, die Mannen um Yannis Philippakis von den Foals hatten es nicht gerade leicht, den Erwartungen an ihr Zweitwerk nach dem furios-grandiosen “Antidotes” gerecht zu werden. Und doch haben sie es mit “Total Life Forever” geschafft. Irgendwie haben sie sich so ganz nebenbei weiterentwickelt ohne ihre Urprünge zu verneinen. Neu im Konzept sind die vielen melodischen Parts, die die sonst so durchgeplante Struktur des Math Rock, wie das Genre ja gerne benannt wird, durchbrechen. Darüber steuert Yannis auf diesem Album auch Gesangspassagen bei, war es doch auf Antidotes eher der für ihn typische Sprechgesang. So oder so, er weiß mit beidem zu begeistern. Bestes Beispiel dafür ist der epische Fast-7-Minüter “Spanisch Sahara“, der mir jedes Mal eine wohlige Gänsehaut beschert. Besser kann man es nicht machen. “Forget the horror here, leave it all down here…”

The Burning Hotels | Novels

Wer denkt, dass alle Alben ab den Foals ja nur noch schlechter werden können, hat damit natürlich unrecht. Weiter geht’s mit Indie Rock aus Texas. Dort stößt man auf die Burning Hotels, die mit “Novels” gerade ihre erste LP herausgebracht haben. Und hier stelle ich mal wieder fest, dass mir ein paar Musikkenntnisse nicht schaden könnten, denn ich wüsste jetzt gar nicht, was die Musik denn jetz eigentlich besonders macht. In erster Linie sind es natürlich die Stimmen von Chance und Matt, die sowohl einzeln als auch im Zusammenklang eine perfekte Harmonie bilden. Ihre Musik erinnert hier und da ein bisschen an Interpol und Konsorten. Das ist vielleicht auch so gewollt, schließlich hat Mark Needham das Album zusammengemixt, der seines Zeichens schon für die Killers und Bloc Party gearbeitet hat. Glücklicherweise ist das Album aber abwechslungsreich genug, um nicht so einzuschläfern wie die letzten Alben von oben genannten Bands. Anspieltipp ist “Boy Or A Girl”.

The Acorn | No Ghost

Wo wir gerade beim Thema “einschläfernd” waren. Hmm, vielleicht eine schlechte Überleitung für ein Album was gerade in “heavy rotation” bei mir läuft. Naja, worauf ich jedenfalls hinaus wollte. Ich stelle immer wieder fest, dass es schwierig zu sein scheint, langsame Musik zu machen, die den Zuhrer trotzdem bei Laune hält und das dauerhaft. Aber wie könnte es anders sein, aus dem musikalisch wertvollsten Land der Welt Kanada wurde mir mit dem Album “No Ghost” von The Acorn das Gegenteil bewiesen. Eine gute Scheibe Folk halt. Dazu vielleicht noch ein kleines Schmankerl. Wer meinen Konzertbericht zu Garcia plays Kyuss gelesen hat, wird wissen, dass ich mich reichlich geärgert habe, als ich gelesen habe, dass The Acorn natürlich gerade an besagtem Tag auch ein Konzert in Berlin gegeben haben. Fieser kann es ja gar nich mehr kommen. Hoffen wir mal, dass sie Gefallen an Berlin gefunden haben. Aber warum sollten sie auch nicht?

Woven Hand | The Threshingfloor

Bleiben wir im selben Genre. Hier bin ich neulich über das neue Album von Woven Hand mit dem Titel “The Threshingfloor” gestolpert. Hinter Woven Hand verbirgt sich Sänger David Eugene Edwards, der eher als Sänger der Band 16 Horsepower bekannt sein dürfte. Die Musik hat für mich irgendwo ein bisschen etwas von indianischen Gesängen, ohne das jetzt abwertend klingen zu lassen. Im Gegenteil: Das Spirituelle verleiht der ganzen Platte eine ganz eigene Glaubhaftigkeit. Als Vorband von Tool kann ich sie mir aber irgendwie noch nicht vorstellen und dennoch kommt es Ende Juni zu dieser seltsamen Paarung. Sehr hörenswert ist meiner Meinung nach “His Rest“.

The Juliets | The Juliets

Eine tolerante und weltoffene Sicht hilft einem nicht nur, dabei neue Kontakte zu knüpfen, für neue Interpreten und Genre gilt das genauso. Und so habe ich neulich ein neues Genre zu meinen Favoriten hinzugefügt: den Baroque Pop. Dieser wird vertreten durch The Juliets, zu hören auf ihrem selbstbetitelten Debut. Ihre Musik ist an sich schon Indie Pop vom Feinsten, gewinnt aber durch den Einsatz von Violine und Cello eine ganz neue Dimension hinzu. Eine Schande, bei solchen Interpreten gerade einmal 600 Hörer bei LastFM zu sehen. Für alle Interessierten ist “This Just In” als Einsteiger zu empfehlen.

Hot Hot Heat | Future Breeds

Was die Kollegen von Kasabian Anfang des Jahres bereits erfolgreich vorgemacht haben, ist nun auch Hot Hot Heat gelungen. Die Rede ist von der gelungenen Rückkehr. Also zumindest aus meiner Sicht. Denn beide Bands haben es geschafft, nach einem mauen Album, welches sie ins Abseits katapultierte, in den musikalischen Fokus zurückzukommen. Und wie: Mit einem Cover, das einem Werk von of Montreal in nichts nachstehen würde, enthält ihr mittlerweile fünftes Album “Future Breeds” auch einige sehr vielversprechende, experimentelle Titel. AM besten einfach mal in “YVR” und “Implosionatic” reinhören. Ansonsten heißt es von mir: “Welcome back, lads.”

Bonaparte | My Horse Likes You

Was waren das für lange Jahre des Wartens. Und dabei waren es doch nur zwei! Trotzdem. Wer Das Erstwerk “Too Much” von Tobias Jundt aka Monsieur Bonaparte und seiner irren Truppe einmal gehört hat, schreit automatisch nach mehr. Nun wurde der Wunsch mit “My Horse Likes You” erfüllt. Und ja, es ist tatsächlich genauso gut wie sein Vorgänger, welch Erleichterung. Und wie schon Too Much ist es ein wahres Fest, den Texten andächtig zu lauschen. Herrlich schräge Texte und Textpassagen à la “I’m your glory hole to the universe” zaubern dem Hörer ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht. Und auch der Sprachhorizont wird mal wieder ein bisschen erweitert. Neben Englisch als Standard finden sich auch mal deutsche, französische und russische Abschnitte. In der heutigen Zeit ist es ja immer schwerer, eine einzigartige Band zu sein, aber Bonaparte ist eine davon.

The Bridgeheads | Foreigners

Zum Abschluss noch etwas Ruhigeres. Dazu vielleicht ein wenig Vorgeplänkel. Bei den gefühlten 30 Milliarden Bands, die es derzeit weltweit geben muss, ist es nicht gerade einfach, aufzufallen und seine Musik an den Mann zu bringen. Deshalb findet in letzter Zeit ein Geschäftsmodell vielfach Anwendung. Wer etwas auf sich hält, bietet seine Musik quasi kostenlos an. “Quasi” insofern, da natürlich an den geneigten Hörer appelliert wird, den Betrag seiner Wahl zu überweisen. So haben es auch die beiden Jungs gemacht, die sich hinter “The Bridgeheads” verbergen. Was sich da auf ihrem Debütalbum “Foreigners” findet, ist großartige, entspannende, eigentlich schon herzergreifende Musik. Und die muss nicht zwangsläufig aus Übersee kommen, denn die Jungs kommen aus der Slovakei, was man ihren SOngs aber mit keiner Note anhört. Sollte also jemand ein bisschen mehr Geld als ich über haben, dann gebt es den beiden, sie können es gebrauchen. Anspieltipps: “Pi“, “Fiction

Ich hoffe, ich konnte ich wieder ein wenig gute Musik näher bringen. Für mich sind in diesem Beitrag auf jeden Fall einige Vertreter für einen Best of 2010-Artikel dabei. Hört einfach mal rein.

MfG Ern