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Konzert: Garcia plays Kyuss + Brant Bjork

// 08. 06. 2010 // 2 Kommentare » // Konzertbericht, Musik

Ich weiß gar nicht wie ich den Bericht anfangen soll. Probieren wir es doch einfach mal mit: “Verdammt, wie geil!”. Jepp, scheint passend. Denn heute gabs ein Konzert, was in der Konstellation vermutlich nicht wieder so schnell zusammen kommen wird. Denn immerhin waren heute zu Garcia plays Kyuss 2 der 5 Gründungsmitglieder von Kyuss anwesend, die sich ja bekanntlich zum Leidwesen der Fans um das Jahr 1995 herum aufgelöst hat. Wäre Josh Homme noch vor Ort gewesen (siehe Wiltern Theatre ’05), könnte ich mein Glück wohl kaum mehr in Worte fassen.

Nach ein paar Hintergrundinfos nun aber wieder zum Konzert. Location war mal wieder das Astra, scheint in letzter Zeit immer beliebter zu werden, allein dieses Jahr war ich schon wegen Florence + The Machine und den Shout Out Louds da. Whatsoever. Was die Größe des Publikums angeht, habe ich in etwa mit soviel gerechnet. Tatsächlich waren es weniger als bei Florence oder den Shouts, aber die Halle war immer noch gut voll. Ich habe leider den Fehler gemacht, mich an die Wand kurz vor der Bar zu stellen, sodass ich immer regen Verkehr vor mir dulden musste. Gegen Ende hats mich aber eh weiter in Richtung Bühne gezogen.

Als Vorband belebte Brant Bjork die Menge. Die Songs waren auch schonmal schön basslastig, ohne aber seine Stimme zu übertönen (mal wieder gute Akustik im Astra, thx folks). Viel interessanter fand ich sein Auftreten. Das Stirntuch und die fast einem Drogentrip ähnelnde übertriebene Artikulation beim Singen erinnerte mich stark an Santana zu seinen Woodstock-Zeiten. Ich hätte jedenfalls gerne das Gleiche genommen wie er. Nachdem er sich für einen Song schon mal John Garcia, der dem Frontsänger von Reamonn erschreckend ähnelte (sorry für die Vergleiche), herangeholt hat, fragt mich nicht welchen, da bin ich nicht firm, gings erstma in die Umbaupause.

Dann kam der Moment, der die Nostalgie starten sollte. Ich muss allerdings ehrlich sein. Zu der Schaffenszeit von Kyuss war ich natürlich ein kleiner Steppke, der sich für Musik noch herrlich wenig interessiert hat. Nichtsdestotrotz bin ich ja über die Queens bei Kyuss gelandet und habe mich in der Vergangenheit schon des öfteren geärgert, dass es wohl nie wieder eine Möglichkeit geben wird, sie live zu sehen. Aber es geht doch, wenn auch nicht in Originalbesetzung. An alle Gegener von Mogrlpackungen aber vorher schonma die Info: Mit Bruno Fevery (Gitarre), Jacges de Haard (Bass) und Rob Snijders (Drums) hat sich Garcia fähige Leute ins Boot geholt. Ich habe keine Fehler gehört oder sonstiges, einfach nur saubere Arbeit.

Und nicht nur das. Es wurden echt so viele Songs gespielt. Gegen 10 gings los und kurz vor 12 wars zu Ende. Mit dabei waren z.B. Hurricane, Supa Scoopa And The Mighty Scoop, Thumb, Freedom Run, Allen’s Wrench, El Rodeo, 100 Degrees, One Inch Man und Green Machine (mit Brant Bjork an den Drums). Bei all der Vielfalt fällt dem kennenden Auge eines schmerzlich auf: Demon Cleaner wurde nicht gespielt! Schon blöd, aber genauso wie Kate Nash sich weigern kann, Foundations zu spielen, dürfen die Jungs das bei so nem Konzert auch. Ich war übrigens sehr froh nicht im Schmelztiegel der Poger zu stehen. Was da abging, krass. Zwischendrinne flogen immer mal wieder Bierbecher auf die Bühne oder Leute haben mir ihren verschwitzten T-Shirts rumgewedelt…. yammy.

Alles in allem also eine gute Investition meiner 25€. Ich hoffe ja darauf, dass Herr Garcia jetzt blut geleckt hat und sich von nunan öfter mit diesem Programm hier in Europa zeigt.

So oder so, Kyuss is so much underrated.

MfG Ern

Update: Wie für ein Konzert üblich, findet sich im Nachhinein immer irgendwer, der sich die Setlist geschnappt hat. Hier also die gestrige Songauswahl:

  1. Molten Universe
  2. Thumb
  3. Hurricane
  4. 100°
  5. Freedom Run
  6. Asteroid
  7. Supa Scoopa And Mighty Scoop
  8. Gloria Lewis
  9. Spaceship Landing
  10. El Rodeo
  11. Green Machine [with Brant Bjork on drums]
  12. Gardenia [with Brant Bjork on drums]
  13. One Inch Man
  14. Allen’s Wrench
  15. Fatso Forgotso
  16. Pilot the Dune [Slo Burn Cover]

Too short to be true

// 26. 05. 2010 // Keine Kommentare » // Musik

Nach langer Abwesenheit mal wieder ein Post aus aktuellem Anlass. Als ich heute auf der Rückfahrt von der Uni meinen Player angeschmissen und mich ein wenig durch die Interpreten gewühlt habe, bin ich auf den Song “The Clap” von den Unicorns gestoßen. Nun ist der Vorgang an sich nichts Ungewöhnliches, aber dieser Titel gehört zu einer handverlesenen Auswahl von Songs, die alle eines gemein haben: Sie sind einfach genial, aber viel zu kurz! Besagter Song ist z.B. gerade mal süße 1:27 Minuten lang, dagegen kommt einem Blurs “Song 2” mit seinen 2 Minuten ja wie eine halbe Ewigkeit vor.

Ich weiß nicht, ob ihr da auch einige Vertreter kennt. Vielleicht noch der Vollständigkeit halber die Titel, die sich ebenfalls in dieser Kategorie einfinden. Da hätten wir das “Free For All Outro” (40 s) von Brian Ginsberg. Jedes Mal ein fulminantes Ende einer fulminant komischen Show (Bela ftw). In dem Song “Capsized” (56 s) von Kyuss beweist Josh Homme schon damals seine Genialität. Aus den herrlich punkigen Anfangszeiten der Beatsteaks ist mir auch noch “Barfrau” mit gerade mal 14 Sekunden in Erinnerung geblieben. Wo wir gerade beim Punk sind: Wer kennt nicht unsere Freunde von NOFX. Auch die bringen in “Murder The Government” (46 s) klipp, kurz und klar alles auf den Punkt. Überhaupt sollten sie in dieser Kategorie einen Ehrenpreis verliehen bekommen, schließlich schafft es auf dem Album “So Long And Thanks For All The Shoes“, von dem auch eben erwähnter Titel ist, gerade mal ein Song über die 3 Minuten hinweg, der Schnitt ist dann bei etwa 2 Minuten.

Aber wir wissen ja schon längst: Nicht die Länge ist entscheidend, die Technik macht’s! ;)

MfG Ern