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Neu! Neu! Neu!

// 02. 11. 2010 // Keine Kommentare » // Musik, Plattenteller

Kommen wir ohne viele Umschweife gleich mal zu den Empfehlungen des Tages:

Gisbert Zu Knyphausen | Hurra! Hurra! So Nicht.

Nachdem ich heute Nacht mal eben noch über sein gestern im Lindenpark gespieltes Konzert berichtet habe, ist es natürlich nur folgerichtig, Gisbert auch mit in die aktuelle To-Hear-List mit aufzunehmen. Da macht es auch nichts, dass das Album schon seit geraumer Zeit auf dem Markt ist. Neben den eingängigen Melodien und der unverkennbaren Stimmfarbe sind es vor allen Dingen die herausragenden Texte, die seine Musik auszeichnen. Und bei all der Globalisierung und der damit verbundenen Anglikanisierung/Amerikanisierung von Gesellschaft und Sprache ist es doch auch mal wieder schön, sich auf die Schönheit seiner eigenen Sprache zurückzubesinnen, gell?

Anspieltipps: “Kräne”, “Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten”

Alin Coen Band | Wer Bist Du?

Bleiben wir (zumindest teilweise) in der deutschen Liedgut-Landschaft. Hier hat sich auch Alin Coen bereits zu genüge Gehör verschafft. Im August hat sie zusammen mit ihrer Band die Debüt-Platte “Wer bist du?” herausgebracht. Darauf finden sich neben 6 deutschen Titeln, die sich hauptsächlich mit den achso schwierigen zwischenmenschlichen Problemen beschäftigen, auch 7 englischsprachige Songs, die auf dieselben Themen zurückgreifen. Fakt ist: Egal, in welcher Sprache Alin nun gerade singt, es ist immer eine Freude, ihr zuzuhören. Gerade in Liedern wie “Festhalten”, in denen außer ihrer Stimme und Gitarre nichts weiter erklingt, ist Gänsehaut vorprogrammiert. Wem das jetzt zu gefühlsduselig war, der möge diese Empfehlung überspringen.

Anspieltipps: “Left Behind”, “Festhalten”

The Cads | Demos

Das dürfte das erste Mal sein, dass ich zu einer Empfehlung mal kein Cover anbieten kann. Aber die Jungs aus Ipswitch sind ja auch noch nicht so lange im Geschäft und haben dementsprechend noch nich mal eine Platte draußen. Weil sie mir allerdings als Vorband von Darwin Deez vor gar nicht allzu langer Zeit sehr gut gefallen haben, behalte ich sie mal etwas im Auge. Freunde von Foals und Konsorten sollten hier auf jeden Fall mal reinhören. Und auch wenn bis auf eine Tour EP noch nix Handfestes gibt, könnt ihr euch 4 ihrer Songs ganz legal auf Music Glue herunterladen. Besonders zu empfehlen ist “Lanterns”, aber bildet euch selber ne Meinung.

Labyrinth Ear | Oak EP

Wo wir gerade bei kostenloser Musik sind. Auch das Londoner Synth-Pop-Duo Labyrinth Ear hat pünktlich zu Halloween seine 5-Track-EP “Oak” für jedermann auf seiner Seite angeboten. Mir gefällt an den Titeln die gelungene Kombination aus Sprechgesang und gesungenen Parts. Auf meine Watchlist haben sie es auf jeden Fall schon mal geschafft. Wer nicht auf die Veröffentlichung der ersten LP warten kann, sollte von Zeit auch mal bei ihrem Soundcloud-Account vorbeischauen. (Danke an iamnosuperman für den Tipp!)

Anspieltipps: “Navy Light”, “White Gold”

Goose | Synrise

Bleiben wir in der elektronischen Schiene. Wer erinnert sich noch an Goose? Als ich gehört habe, die Belgier hätten ein neues Album, löste der Name erstmal dunkel ein Gefühl der Erinnerung aus, ich musste sie also schonmal irgendwo gehört haben. Und siehe da: Vor einigen Jahren haben sie uns bereits unter anderem mit dem Song “Bring It On” beglückt, der auch gerne mal in einschlägigen Clubs gespielt wurde. Nun melden sie sich mit “Synrise” zurück. Darauf findet man neben Instrumentals und langsam angehauchten Titel auch Juwelen wie “Words”, die an Depeche Mode oder die Klaxons erinnern.

Anspieltipps: “Words”, “Like You”

Weekend | Sports

Den Abschluss machen heute mal die drei Noise-Popper von Weekend aus San Francisco. Wenn ich das richtig sehe, ist Sports ihre Debütplatte. Und was für eine. Unter Vertrag sind sie übrigens bei Slumberland, seinerseits auch Label von “The Pains Of Being Pure At Heart”. Und dieser Vergleich passt vom Sound auch ganz gut. Unser aller Freunde bei Pitchfork beschreiben das bei ihrem Review zum Track End Times sehr passend: ““End Times” (from their forthcoming record Sports) takes an addictive bassline and melancholy vocals and buries them under a din of squall and thrashing drums. The harmonies encased in reverb and the oscillating, distorted no-wave guitars take a jump off the cliff and begin to soar during the chorus, bringing the two extremes the band works under to angelic heights.” Dem ist nichts hinzuzufügen, hört mal rein.

Anspieltipps: “Age Class”, “End Times”

Es lebe die Musik. Viel Spaß beim Reinhören.

MfG Ern

Konzert: Darwin Deez + The Cads

// 08. 09. 2010 // 2 Kommentare » // Konzertbericht, Musik

Best. Concert. Ever. Dieses Statement gleich vorneweg. Wer dagewesen ist, wird mich sicherlich verstehen. Es ging ja schon bei der Location los. Das gute alte Lido nahe der Warschauer, was ja ohnehin schon jeden Freitag zwecks Rockbar frequentiert wird. Nicht so groß wie das Astra, das heißt es ist gleich ein bisschen familiärer. Familiär war auch der Empfang. Nachdem ich mich vor dem Fanartikelstand erstma niedergleassen hatte, brauchte ich eine gewisse Zeit, um zu raffen, dass tatsächlich Darwin Deez persönlich als einfache Verkaufskraft Tees und CDs verkaufte. Spätestens als die ersten wegen Erinnerungsfotos ankamen, hätte ich es wohl eh gemerkt. So eine Fannähe gibt selbstverständlich Pluspunkte. Los gings dann mit den Cads als Vorband. Und so eine Vorband hat es bekanntlich nicht leicht. Die meisten Leute kommen natürlich wegen dem Headliner, da muss man sich erstmal Respekt erarbeiten bzw. erspielen. Und das hatten die Jungs auf jeden Fall drauf. Vor einem inzwischen komplett gefüllten Saal spielten sie eingängige Stücke, wie sie aus einer Kreuzung der Foals und des Two Door Cinema Club hervorgegangen werden. Ich stelle hier mal wieder fest, wie sehr ich Rhythmuswechsel doch liebe. Eigentlich wollt ich mir hinterher noch die CD holen, aber bei dem Gedränge war da nix zu holen. Ich werd auf jeden Fall Ausschau halten. Zurück zum Thema Fannähe: Bei den letzten Songs der Cads stand Darwin (diesmal mit freaky Brille) wieder nur ein paar Meter neben mir und hat eigentlich am lautesten applaudiert, während sich die Augen aller in seinem Umkreis mittlerweile auf ihn gerichtet hatten. Cooler Typ.

Und es wurde noch besser. Nach dem üblichen Umbau, in dem ich meine Position merklich verbessern konnte und somit über die gesamte Meute gucken konnte, stürmten die vier Protagonisten des Abends die Bühne. Und ab hier unterscheidet es sich von jedem Konzert was mir bisher über den Weg gelaufen ist. Denn zu Beginn und zwischen den eigentlichen Songs gab es eine Tanzeinlage von allen vieren. Gratis dazu, was will man mehr. Den Tanzstil kann man dem Video von “Radar Detector” entnehmen. Seine Mitstreiter haben sich dabei übrigens auch gut geschlagen. Die Gitarristen haben mich dabei zum Einen an die lesbische Robin aus HIMYM und zum Anderen an Jared Leto von 30 Seconds To Mars erinnert, verrückt… Ebenfalls lobenswert war der Mut, die Songs auch mal abzuwandeln, aber Darwin traue ich es sowieso nicht zu, dass er einen Song zweimal gleich spielt/singt. Einzig komisch war nur das Semi-Playback. Hab die ganze Zeit versucht, heraus zu finden, wer welchen Part spielt. Nun gut, das ist ja nun wirklich kein Kritikpunkt. Es wurden übrigens eigentlich alle Songs gespielt, nur bei “Lights On” bin ich mir nicht so sicher. Soweit ich mich erinnern kann, wurden auch zwei zumindest mir unbekannte Songs gespielt, davon ein ruhiger namens Special als Abschlusssong. Das Publikum war übrigens gut dabei. Bei “Radar Detector” hat mich das natürlich gewundert, aber das auch alle anderen bei “Bad Day” so lauthals mitgesungen haben, hat mich amüsiert. Ist halt doch der geheime Lieblingstrack des Albums. Kräftig mitgeklatscht wurde auch, allerdings nicht sehr ausdauernd. Wir wurden übrigens auch in eine Intermezzo-Choreografie eingebunden, frei nach dem Motto: Jetzt die Fäuste zum Himmel!

Von der guten Laune kann ich jetzt die nächsten Tage noch zehren. Und Herr Deez wandert definitiv auf meine Watchlist, is ja wohl mal klar. Allen, die es warum auch immer verpasst haben, kann ich das auch nur wärmstens empfehlen.

In diesem Sinne, Cheers

MfG Ern

PS: Als Nachtrag noch was in eigener Sache: Ich suche quasi jemanden aus dem Publikum. Sie hatte lange, blonde Haare (eine Strähne raushängen, den Rest hinterm Ohr) und stand mit ihren Mädels auf ner Erhöhung rechts vorne an der Bühne. Darüber hinaus hatte sie ein weißes Shirt an, was so ein bisschen über die linke Schulter hing. Ich hab sie leider gegen Ende des Konzerts aus den Augen verloren. Bin für jeden Hinweis dankbar.